Für jeden der richtige Weg Beruf Ahoi

Viele Wege führen in den Beruf.
Viele Wege führen in den Beruf.

Es gibt viele Wege in ein Unternehmen, wie der Direkteinstieg oder das duale Studium. Manchmal sind diese Möglichkeiten jedoch wie ein Sprung ins kalte Wasser. Für Studenten, die unsicher sind, könnte Würth Elektronik eiSos der passende Rettungsring sein.

Bammel vor dem ersten Arbeitstag nach dem Studium hatte Eva Helmstetter nicht. Schon lange vor ihrem ersten Tag als Technische Vertriebsmitarbeiterin im Außendienst bei Würth Elektronik eiSos hatte sie Kontakt zu ihren künftigen Kollegen und Kunden. Sie wusste genau, welche Aufgaben sie erwarten, denn Helmstetter durchlief bei dem Bauelementehersteller das Bachelorprogamm »Studium und Praxis« – kurz STUP.

Gründe für diesen Weg gab es aus ihrer Sicht genug: »ach dem vollgepackten Grundstudium hatte ich endlich den Kopf etwas frei und Lust, mein Wissen auch in die Praxis umzusetzen.« Sie unterschrieb den befristeten Vertrag für die Dauer des Programms und stieg nach dem 3. Semester ein. Ziel ist dabei immer die Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Für die Laufzeit des Programms erhalten die Studenten eine angemessene Vergütung, haben Urlaubsanspruch und bekommen bei Bedarf eine Unterkunft gestellt. Ein Mentor begleitet die Teilnehmer beim Durchlaufen sämtlicher Abteilungen, die für den späteren Traumjob relevant werden könnten.

Die Qual der Wahl

Bachelorstudenten können das STUP-Programm in den Bereichen Produktentwicklung, Qualitätsmanagement oder technischer Vertrieb absolvieren. Im Vergleich zum dualen Studium ist bei STUP die Wahl der Hochschule völlig frei.

Helmstetter entschied sich für den technischen Vertrieb. An ihrem Job mag sie besonders die Gespräche mit den vielen Kunden. Aber am meisten freut sie sich darauf, Lösungen für neue technische Herausforderungen zu finden. Sie spricht dafür mit dem zuständigen Ingenieur, klärt Anforderungen und Spezifikationen des künftigen Produktes.

Auf ihre Beratung und fachliches Know-how kommt es an, wenn am Ende die perfekte Lösung stehen soll. Dabei findet sie es besonders spannend, zu sehen, wo und auf welch unterschiedliche Weise »ihre« passiven Bauelemente, Induktivitäten und Kondensatoren beim Kunden Verwendung finden.

Ein Arbeitgeber, viele Möglichkeiten

Würth Elektronik eiSos bewegt sich als Hersteller elektronischer und elektromechanischer Bauelemente in einem dynamischen Branchenumfeld. Das Unternehmen mit Sitz in Waldenburg erwirtschaftete mit seinen 6700 Mitarbeitern 2017 einen Umsatz von rund 653 Millionen Euro. Design Center in Berlin, München und Barcelona stellen sicher, dass permanent innovative Produkte entwickelt und auf den internationalen Markt gebracht werden. Würth Elektronik eiSos ist in über 50 Ländern aktiv, was Helmstetter im Rahmen ihres STUP-Programms zu Gute kam. So konnte sie ihr Praxissemester in Manchester absolvieren.

Zwei Jahre für den Rundumblick

Ihr Vertriebskollege Ralf Jakobs entschied sich für einen anderen Weg: Nach seinem Wirtschaftsingenieur-Studium hat er das zweijährige Traineeprogramm bei Würth Elektronik eiSos absolviert. Seither arbeitet er fest angestellt im technischen Vertrieb. »Der technische Vertrieb ist gut mit meinem Studium in Wirtschaftsingenieurwesen vergleichbar: Ein Teil Technik und ein Teil Wirtschaft – genau die Mischung, die mir Spaß macht«, erläutert Jakobs. Er konnte sich nicht vorstellen, direkt nach dem Studium mit einer kurzen Einarbeitungszeit voll im Job zu stehen.

Im Traineeprogramm konnte er dagegen erst alle Schnittstellen wie Innendienst oder Lager kennenlernen. »Wirklich wichtig war es mir, die internen Abläufe zu erleben und zu verstehen. Ich wollte mir noch vor meiner Zeit im Außendienst ein eigenes, gut funktionierendes Netzwerk im Unternehmen aufbauen. Die Kollegin, die mich im Innendienst betreut, hat mich eingearbeitet, was jetzt auch über die Distanz einfach super klappt«, berichtet Jakobs. Aktuell arbeitet er in einem Pilotprojekt mit – eine Chance über den Tellerrand zu blicken, was ihm gut gefällt. »Bei uns ist viel Dynamik drin, wir wachsen permanent und es tun sich immer wieder neue Möglichkeiten bei der Arbeit auf.«

Projekte für Praktikum und Abschlussarbeit

Neuentwicklungen haben es auch dem Produktmanager Wasilios Pitharas angetan. Er arbeitet seit zwei Jahren bei Würth im Bereich EMC Inductors und ist für die Einführung einer neuen Produktgruppe verantwortlich. Nebenbei entwickelt er Leiterplatten für Testreihen – technisch »spielen«, wie er sagt. Dabei genießt er es, weitestgehend frei Entscheidungen treffen zu können, z.B. in welche Richtung er ein Produkt weiterentwickeln möchte.

Pitharas‘ Weg führte ihn über ein Praktikum im Rahmen seines Mechatronik-Studiums zum Unternehmen. Seine Aufgabe war es, das automatisierte Messsystem eines externen Zulieferers zu integrieren. Nach Ende des Praktikums durfte er das Projekt als Werkstudent weiter betreuen und hat es zu einem erfolgreichen Abschluss geführt. Seine Bachelorthesis hat er ebenfalls beim Bauelementehersteller geschrieben: Den Aufbau und die Programmierung der Messmittel für einen Qualitätscheck von Baugruppen übernahm der zuständige Produktmanager später eins zu eins.

Auf die Stimmung kommt es an

»Aber auch wenn Fehler passieren, haben wir miteinander ein offenes und entspanntes Verhältnis, können ohne Zögern mit den Vorgesetzten darüber sprechen«, findet Pitharas. »Überhaupt: Ich mag die Stimmung, der hier bei der Arbeit herrscht. Alle haben Spaß daran, sich gemeinsam in eine Aufgabe zu vertiefen und Schritt für Schritt eine Lösung auszuarbeiten.« Aufgrund der guten Erfahrungen aus Praktikum und Abschlussarbeit hat er den direkten Einstieg nach dem Studium gewagt.

Der Mix aus Technik- und Managementthemen macht den Job für ihn so interessant. Pitharas hat viele verschiedene Schnittstellen inner- und außerhalb des Unternehmens, egal ob es sich um eine Neuentwicklung oder die Betreuung bestehender Produkte handelt. Er bespricht Anforderungen mit Lieferanten, holt Feedback beim Kunden ein und informiert den Vertrieb über neue Produkte.

Viele Wege führen zum Ziel

Mittlerweile betreut er selbst einen Studenten bei seiner Bachelorthesis und freut sich, dass eventuell wieder ein Kollege in sein Berufsleben starten kann. »Ich habe damals von meinem Banknachbarn in der Uni von der Praktikumsstelle erfahren und mich zunächst im Web informiert«, erzählt er. »Es gibt aber auch Informationsveranstaltungen für Azubis und Studenten bei uns in Waldenburg und die Kollegen vom Personal sind auf vielen Hochschulmessen unterwegs. Wer sich bewerben möchte, findet einen Weg zu uns.«

Bis zu vier Jahre arbeiten die Drei inzwischen in ihren Jobs. Ihren ersten Arbeitstag werden sie trotzdem nie vergessen. »Ich habe meinen ersten Tag im Job sehr genossen. Es war ein schöner Übergang«, erinnert sich Helmstetter heute.