Heitec Was bedeuten 19 Zoll bei Schrankaufbauten?

19-Zoll-Systeme sind international genormt
19-Zoll-Systeme sind international genormt

In einer Folge von Beiträgen hinterleuchten Experten von Heitec Begriffsdefinitionen, die Systementwickler in der Elektronik-Branche selbstredend verwenden. In Episode 1 geht es um die 19-Zoll-Technik.

Der Begriff »Zoll« entstammt dem Mittelhochdeutschen und hatte im Laufe der Geschichte mehrere, beliebig ungenaue Längenbezeichnungen: der zwölfte Teil eines Fußes, eine königliche Daumenbreite oder auch drei hintereinander gelegte Gerstenkörner. Heute sprechen wir von »Zoll« meist nur noch im Bereich der Bildschirmdiagonalen – beziehungsweise dann, wenn man Breite und Länge einer Jeans definieren möchte.

Die sogenannte 19-Zoll-Technik hingegen hat sich in nahezu allen Bereichen etabliert: Sei es in Medizin- oder Verkehrstechnik, IT, Industrial Control, aber auch im Bereich Übertragungs-, Veranstaltungs- und Showtechnik. Die Ursprünge dieser Technik verlieren sich jedoch im Nebel der Vergangenheit oder lassen Legenden entstehen.

Hat sie George Westinghouse in den USA der 1890er-Jahre für die Bahntechnik erfunden? War die durchschnittliche Breite einer männlichen Schulter 18 Zoll, sodass ein Techniker in einem 19-Zoll-System arbeiten konnte? Hat das Maß gerade noch durch die Luke eines U-Boots gepasst? Haben die damaligen Telefonzentralen damit zu tun – die Breite der Racks war für die Vermittlungstätigkeit gerade noch bedienbar!?

Fest steht, dass bereits 1934 eine Norm (ASA C 83.9) für die Telefon- und Bahntechnik etabliert wurde. Die EIA (Electronic Industries Alliance) wiederum standardisierte 1965 die 19-Zoll-Technik (EIA 310-D) und in den 1980er-Jahren entstand die heute immer noch gültige Normenreihe IEC 60297. Diese Norm spezifiziert den mechanischen Aufbau von Leiterplatten, Baugruppenträgern und Racks in 19-Zoll-Bauweise.