Der Heavycon-Konfigurator Schwere Steckverbinder online konfigurieren und bestellen

Hohe Flexibilität im laufenden Prozess: Nach Abschluss der Konfiguration lässt sich ein CAD-Volumenmodell für die einfache Integration in das jeweilige Projekt erzeugen – gegebenenfalls erforderliche Anpassungen können so frühzeitig erfolgen.
Hohe Flexibilität im laufenden Prozess: Nach Abschluss der Konfiguration lässt sich ein CAD-Volumenmodell für die einfache Integration in das jeweilige Projekt erzeugen – gegebenenfalls erforderliche Anpassungen können so frühzeitig erfolgen.

Eine handelsübliche schwere Steckverbindung ist erst dann vollständig, wenn neben den Gehäusebauteilen auch die Kontakte, Kontakteinsätze und Kabelverschraubungen gewählt wurden. Ein lösungsorientierter Konfigurator hilft, komplette Steckverbindungen schnell und einfach zu erstellen.

Schwere Industriesteckverbinder erfüllen vielfältige Aufgaben – von der Hauptstromversorgung an Maschinen und Anlagen über die Anbindung von Schaltschränken inklusive der Datenübertragung bis hin zur gleichzeitigen Kontaktierung hunderter Einzelsignale in einem einzigen Gehäuse. Ebenso vielfältig wie die Einsatzmöglichkeiten sind auch die Anforderungen der Planer und Anwender dieser Produkte. Das gilt sowohl hinsichtlich der Art und Anzahl der Kontaktstellen als auch hinsichtlich der äußeren Ausgestaltung. Daher werden schwere Steckverbindungen hauptsächlich als einzelne Bauteile angeboten, um die Vielfalt an kundenindividuellen Lösungen produktionstechnisch und logistisch zu bewältigen.

Baukasten für professionelle Anwender

Im Umkehrschluss bedeutet dies für die Planer von Schaltschränken, Maschinen und Anlagen allerdings, dass sie die jeweiligen Produktprogramme ihrer Lieferanten besonders gut kennen müssen, um die richtigen Komponenten auswählen zu können. Die Bestimmung der richtigen Tüllen-, Kupplungs-, Anbau- und Sockelgehäuse, der festpoligen oder modularen Kontakteinsätze inklusive Kontakte für Signale, Daten und Energie, der Kabelverschraubungen sowie des Zubehörs ist dabei eine komplexe und zuweilen zeitraubende Aufgabe (Bild 1).

Neben der Unterstützung durch Vertriebsspezialisten vor allem für stark individualisierte Anforderungen gewinnen zunehmend Konfiguratoren an Bedeutung, die durch Kunden und Anwender direkt bedienbar sind. Anstatt sich in herstellerspezifische Systematiken und Bezeichnungen einzuarbeiten, wählt der Interessent – etwa über Filterfunktionen – die gewünschten Kontakteinsätze aus. Alle weiteren erforderlichen Komponenten werden dann Schritt für Schritt hinzugefügt. Moderne benutzerfreundliche Konfiguratoren, wie der Heavycon 3D von Phoenix Contact, erlauben es dem Anwender, aus einer bildlich dokumentierten Auswahlliste die gewünschten Komponenten per »Drag & Drop« zusammenzufügen.

Dreidimensionale Ansicht

Die Logik des Konfigurators stellt hierbei sicher, dass die konfigurierte Lösung im Bereich des technisch Möglichen bleibt, dass also die Komponenten funktional und mechanisch zusammenpassen. Das System gleicht beispielsweise Baugrößen ab, ermittelt passende Gegenstücke für Kontakteinsätze und bietet zu den zusammengestellten Produkten passendes Zubehör an. Diese und ähnliche zeitraubende Tätigkeiten müssen also nicht mehr vom Anwender selbst ausgeführt werden.

Je nach System kann der Anwender noch während des Konfigurationsvorgangs den Fortschritt seiner individuell konfigurierten Steckverbindung in dreidimensionaler Ansicht verfolgen. Die Visualisierung hilft dabei, einerseits die selbst ausgewählten Entscheidungen und andererseits die systemisch ausgewählten Komponenten nachzuvollziehen und sofort zu erkennen. Eine fehlerhafte Auswahl kann umgehend korrigiert werden. Am Ende des Konfigurationsvorgangs erhält der Anwender eine Übersicht über die ausgewählten Komponenten und kann noch einmal überprüfen, welche Bauteile in welcher Menge bestellt werden. Zudem ist es möglich, die individuelle Menge der zusammengestellten Komponenten anzupassen, etwa um Ersatzteile vorzuhalten (Bild 2).

Einfache Unterstützung entlang des Entwicklungsprozesses

Vorteilhaft ist auch eine weitere Funktion, mit der eine Identifikationsnummer für die konfigurierte Lösung automatisch vergeben wird. Werden Elektronik und Mechanik etwa in einem Schaltschrankprojekt durch zwei Personen entwickelt, kann der konfigurierende Anwender das Ergebnis zur Kontrolle weiterleiten. Der nächste Anwender muss lediglich die Identifikationsnummer, auch Lösungs-ID genannt, kennen und kann damit die Konfiguration direkt aufrufen. Da die dreidimensionale Ansicht der erzeugten Lösung jederzeit als CAD-Volumenmodell heruntergeladen werden kann, ist eine direkte Integration in die CAD-Entwicklung des Projekts möglich, in dem die Steckverbindung zum Einsatz kommen soll. Die größte Zeitersparnis ergibt sich für den Entwickler daraus, dass er die 3D-Modelle der einzelnen Komponenten nicht selber zusammenfügen muss, sondern dass das gesamte Beziehungswissen der Steckverbinderlösung bereits im Volumenmodell berücksichtigt ist. Eine Kollisionsprüfung mit der vollständigen Steckverbindung kann dann noch vor der Bestellauslösung erfolgen. Reicht der verfügbare Bauraum nicht für den Einbau, ist eine Anpassung auch zu diesem Zeitpunkt möglich (Aufmacherbild).

Die konfigurationsbegleitende Prüfung durch das System, die visuelle Kontrolle während des Konfigurationsvorgangs sowie die Möglichkeit der Prüfung von Bauräumen durch den vor der Bestellung verfügbaren CAD-Download bewahren den Anwender vor einer Lieferung falscher oder nicht gewünschter Komponenten. Wartezeiten auf ansonsten eventuell erforderliche Nach- und Ersatzlieferungen während des Fertigungsprozesses werden zudem in erheblichem Maße verringert.

Zusätzlich lassen sich durch eine deutliche Verringerung an Rück- und Ersatzlieferungen Verwaltungskosten für die Koordination sowie Logistikkosten für das Handling nicht benötigter Komponenten einsparen. Und nicht zuletzt werden unnötige Materialtransporte vermieden – was sich wiederum vorteilhaft auf die Umwelt auswirkt.

Automatisiertes Bestellverhalten

Um zukünftig Fertigungs- und Logistikprozesse effizienter zu gestalten, werden auch bei Phoenix Contact die involvierten Systeme sukzessive weiterentwickelt. So könnte eine überwachende Instanz das Bestellverhalten automatisiert auswerten und wertvolle Impulse zur Optimierung der Disposition geben. Häufig konfigurierte und bestellte Lösungen könnten manuell oder automatisch als fertig vorbereiteter Artikel erzeugt werden. Dies würde die Vorfertigung und Einlagerung – einhergehend mit einer Herstellkostenoptimierung – vereinfachen und vor allem eine noch schnellere Lieferzeit ermöglichen. Auch eine gezielte Führung des Anwenders hin zu direkt verfügbaren Varianten kann umgesetzt werden.

Schon heute bietet aber der Einsatz von Konfiguratoren sowohl für den Anwender wie auch für den Lieferanten diverse Vorteile: Von der einfachen Integration in das eigene Projekt zu einem besonders frühen Zeitpunkt bis hin zur Reduzierung von Wartezeiten während der Fertigung – sowie erhebliche Einsparungen bei der Logistik.

Der Autor

Dirk Bunzel
ist seit Beginn seiner Ausbildung im Jahr 2007 zum IT-Systemkaufmann bei Phoenix Contact beschäftigt. Nach vier Jahren im Produktdatenmanagement schloss er sein berufsbegleitendes Fachschul-Studium zum staatlich geprüften Betriebswirt mit der Fachrichtung Wirtschafsinformatik ab. Seit 2014 ist er im Produktmarketing für Industrielle Feldverkabelung tätig. Seit 2019 leitet er das Team Digital Tools der Business Unit Industrial Field Connectivity. Mit seinem Team ist er für die Einführung und Betreuung von Produkt- und Lösungskonfiguratoren sowie für das Produktdatenmanagement der Business Unit verantwortlich.

Die Grundlage: digitale Daten

Bevor ein moderner 3D-Konfigurator für Anwender bereitsteht, ist eine Vielzahl an Schritten erforderlich. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung sind die zugrunde liegenden digitalen Daten und Informationen:

  • Alle technischen Eigenschaften und Daten der zu konfigurierenden Komponenten
  • Alle nicht-technischen Parameter, die darüber hinaus relevant für die Auswahl und Konfiguration der Komponenten sind
  • Außerdem 3D-Modelle mit Koordinaten der Produkthülle und Funktionsankern

Im Idealfall liegen die technischen Daten in strukturierter Form vor, also nach einem einheitlichen Schema in einer Datenbank. Auch alle weiteren im Laufe des Entwicklungsprozesses benötigten Daten – etwa zusätzliche Kriterien, nach denen der Konfigurator später entscheidet – sollten in gleicher Art und Weise gespeichert werden.

Werden digitale Daten einmalig und zentral erfasst, muss dies nicht für jede neue Anwendung erneut erfolgen. Beispiele dafür sind Online-Shops, CAE-Systeme oder auch Klassifizierungssysteme wie eCl@ss. Die Daten können dann immer wieder verwendet werden. Auch Änderungen und Aktualisierungen von Daten sind zentral möglich und so in kürzerer Zeit und mit geringerem Aufwand umsetzbar.