Brandschutz im Rechenzentrum Gefahrenpotenzial Feuer

Löschen mit Erfolg

Neben einer ausreichenden Menge an Löschmittel muss eine ausreichende Dichtigkeit des IT Rack gegenüber der Umgebung gegeben sein. Sowohl der Server-Schrank als auch eventuell angereihte Kühleinheiten dürfen keine Öffnungen aufweisen. Kabel- und Rohreinführungen müssen ebenso abgedichtet werden wie eingelegte Bodenelemente zum Rahmen und zueinander. Es dürfen nur Kühlsysteme eingesetzt werden, die keine Luft mit der Umgebung austauschen. Durch diese Maßnahmen wird sichergestellt, dass die zum Löschen notwendige Konzentration von Novec 1230 im Schrank erreicht und für den vorgegebenen Zeitraum gehalten wird.

Das Brandmelde- und Aktivlöschsystem DET-AC III bevorratet zwei Liter des Löschmittels in einem 19-Zoll-Einschub mit nur einer Höheneinheit. Diese Menge reicht, um ein Volumen von 2,8 m³ zu löschen. Dies wurde durch den VdS, eine Prüfinstitution mit den Schwerpunkten Brandschutz und Sicherheit, geprüft und bestätigt.

Automatisierte Stromabschaltung ist wichtig

Trotz aller Maßnahmen wird keine komplette hermetische Abdichtung erreicht und die Konzentration des Löschmittels fällt im Schrank in einer gewissen Zeit wieder ab. Da dies eine höhere Dichte als Luft hat, geschieht dies zuerst im oberen Bereich des Schrankes.

Innerhalb der Haltezeit – die Zeit, in der eine löschfähige Konzentration innerhalb des gesamten Schutzbereiches aufrecht erhalten wird – müssen die elektrischen Komponenten von der Energieversorgung getrennt werden. Dies kann automatisiert mit einer schaltbaren Power Distribution Unit (PDU) in Kombination mit einem Monitoring-System erfolgen. Geschieht dies nicht, kann es zu einem erneuten Entfachen eines Brandes kommen.

Einen positiven Einfluss auf eine homogene Verteilung des Löschmittels und somit auf eine längere Haltezeit hat eine horizontale Luftzirkulation des Kühlsystems.

Weitere Kriterien für eine Kaufentscheidung

Damit der Brandschutz auch während und nach einem Stromausfall noch aktiv ist, sollte die das System über eine eingebaute Notstromversorgung mit Akkus verfügen. Beispielsweise überbrückt DET-AC III bis zu vier Stunden ohne Netzspannung (Bild 2). Für mehr Sicherheit und um Fehlalarme zu vermeiden, sollte das Rauchansaugsystem zweistufig ausgelegt sein. In der ersten Stufe erkennen hochempfindliche optische Sensoren frühzeitig kleinste Rauchpartikel und lösen einen Voralarm aus. Verfügbare Lösungen arbeiten zum Beispiel mit einem Wert ab 0,25 Prozent Lufttrübung/m, um eine mögliche Brandentwicklung zu entdecken. Erfasst auch der zweite Melder Rauch, kommt es zum Hauptalarm und zur automatischen Löschung.

Anbindung an Alarmsysteme

Schließlich sollte ein Anschluss an bestehende Alarmierungssysteme im Rechenzentrum und der Haustechnik möglich sein. Die DET-AC III ermöglicht darüber hinaus durch die integrierte CAN-Bus-Schnittstelle (Bild 3) eine direkte Anbindung an das Monitoring System CMC III, welches unter anderem die Protokolle http, SNMP, Modbus/TCP und OPC UA unterstützt.

Für die Wartung der Löschanlage ist es hilfreich, wenn der Techniker über eine USB-Schnittstelle bequem und ohne Ausbau des 19-Zoll-Einschubs auf die Komponenten zugreifen kann. So ausgerüstet, gewinnt die IT-Umgebung deutlich an Ausfallsicherheit, und auch die Geschäftsführung kann den Punkt „Risikomanagement“ mit einem Plus versehen.