Shuntbasierte Messsysteme Energiemengen in Formel-E-Rennwägen transparent erfassen

In allen FIA-Formel-E-Rennwagen kommt das Shunt-basierte IVT-F Messsystem der Isabellenhütte zum Einsatz.
In allen FIA-Formel-E-Rennwagen kommt das Shunt-basierte IVT-F Messsystem der Isabellenhütte zum Einsatz.

Die aktuell in Formel-E-Autos verbauten, shuntbasierten Messsysteme der vierten Generation zeichnen sich durch extreme Präzision und Isolationsfestigkeit aus. Letztere musste dabei auf 1000 V angehoben werden.

Die IVT-Strommesstechnik der Isabellenhütte findet sich heute selbst in Rennautos wieder. Von der Öffentlichkeit größtenteils unbemerkt, ist das Familienunternehmen aus dem hessischen Dillenburg in den vergangenen Jahren zu einem FIA-Technologiepartner aufgestiegen. Ein Engagement, aus dem die Isabellenhütte bereits in der Formel 1 wertvolle Erkenntnisse für die Großserienherstellung von Präzisions-Messtechnik-Systemen gewann. Seit 2014 tut sie das nun auch im Hochleistungsumfeld der Formel E.

Wie wird man eigentlich Technologiepartner der FIA (Fédération Internationale de l’Automobile)? Andreas Lepper (Bild 1) kennt die Antwort. Der Projektleiter des IVT-F-Entwicklungsteams bei der Isabellenhütte koordiniert die Zusammenarbeit mit der FIA. »Die Kooperation begann im Grunde heute vor fast 10 Jahren«, sagt der 37-jährige Elektroingenieur. »Damals ist das McLaren-Formel1-Team an uns herangetreten. Am McLaren-Standort in Woking, England, suchte man zu der Zeit einen Stromsensor für das erste in einem Formel-Rennwagen eingesetzte Hybridsystem.«

Wie man FIA-Technologiepartner wird

Motorsportfans kennen dieses System unter dem Namen KERS (Kinetic Recovery System). Rückblick: Das Formel-1-Team McLaren verschafft sich bereits 1998 durch den Einsatz des Energierückgewinnungssystems einen Vorteil – für ein einziges Rennen, dann wurde es wieder verboten. »Wie wir heute wissen, war das aber nicht das Ende von KERS.« Aus kommerziellen wie ökologischen Gründen war das Konzept der Energierückgewinnung schließlich durchaus sinnvoll.

Zehn Jahre später sollte es deshalb ein erneutes KERS-Revival geben. Und wieder trieb McLaren diese neue Technologie voran. »Wir arbeiteten damals mit einem englischen Unternehmen zusammen, das auf Prototypenkonstruktion spezialisiert war und lieferten dazu die Messtechnik. Auch McLaren griff auf dessen Dienste zurück. So kam der Erstkontakt zu Stande«, erzählt Lepper.

Wie in einem Déjà vu, ließ+ McLaren durch den abermaligen KERS-Gebrauch auch in 2009 die Konkurrenz hinter sich. »Dafür war auch die IVT-Messtechnologie verantwortlich«, ergänzt Lepper. Die anderen Teams waren wenig begeistert. Ergebnis: In einem Gentleman’s Agreement einigten sich die Teamchefs darauf, KERS nicht mehr zu nutzen.

Erst 2011 ließ die FIA KERS offiziell zu. 2014 wurde es schließlich durch ERS (Energy Recovery System) abgelöst. Die weiterentwickelte Energierückgewinnung wandelte nunmehr nicht nur Bremskraft in Energie um, sondern gewann auch aus den Abgasen zusätzliche Leistung.