Maschinensicherheit Bereit für die neue Maschinenrichtlinie?

B10-Werte für verschiedenste Anwendungssituationen

Für mechanisch sehr beanspruchte Module wie Relais wird zur Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit der B10-Werte herangezogen. Dieser Wert ist die  Anzahl an Schaltspielen, die das Relais voraussichtlich leistet, bis zehn Prozent der Relais in einer bestimmten Applikation ausgefallen sind. Dabei spielen Parameter wie Schaltstrom, Schaltspannung und Lastart eine wesentliche Rolle. Der B10-Wert kann demnach nicht allgemein für einen Relaistyp angegeben werden, sondern immer nur im Zusammenhang mit der jeweiligen Applikation.

Die Weidmüller-Labor-Ingenieure stellen mithilfe von Normenlasten typische Anwendungssituationen nach. Auf diese Weise wurde bereits eine große Anzahl an B10-Werten für verschiedene Relais gesammelt, die den Kunden zur Verfügung gestellt werden. Derzeit finden weitere Prüfungen statt, um die Sammlung kontinuierlich zu erweitern.

Die mittlere Betriebsdauer bis zum Ausfall der Relais kann mithilfe des B10-Wertes mit folgender Formel berechnet werden: MTTF = B10 / (0,1 x n). Der Wert „n“ ist die Anzahl der jährlichen Schaltspiele in der Applikation. Diesen muss der Anwender zusammen mit dem passenden B10-Wert in die Formel eintragen, um so die Ausfallwahrscheinlichkeit der in seiner Applikation eingesetzten Relais zu berechnen.

Für Maschinen- und Anlagenbauer beginnt die Einhaltung der neuen Norm bei der Risikominimierung in der Steuerungs- und Antriebstechnik, da von dort die größten Gefährdungen ausgehen. Im Bereich der hier eingesetzten Relais und Optokoppler unterstützt Weidmüller durch die Bereitstellung und Offenlegung sämtlicher Werte, die für die Konformitätsprüfung erforderlich sind.

Für das Solid-State Relais "MICROOPTO ACTOR" ergibt sich eine MTTF von 847 Jahren, für Optokoppler vom Typ "MICROOPTO MOS 24 V DC / 5 – 33 V DC 10 A" indes ein MTTF-Wert von 399 Jahren und für den Typ "MOS 12 – 28 V DC 100 kHz" beispielsweise ein Wert von 1686 Jahren.