Eaton Electronics Division »3000 Farad Speicherkapazität sind kein Problem«

Akos Labady, Senior FAE bei Cooper Electronic Technologies
Akos Labady, Senior FAE bei Cooper Electronic Technologies

Zu der Firma Cooper Electronic Technologies – jetzt Eaton Elec­tronics Division – gehören Geschäftsbereiche wie Coiltronics, ­Bussmann und Powerstor. Letzterer produziert Supercaps mit Kapazitätswerten bis 3000 Farad. Wir fragten Akos Labady, Senior FAE, auf welche Neuerungen sich die Entwickler künftig freuen dürfen.

Herr Labady, im Markt für Supercaps tummeln sich mehr und mehr Anbieter, doch wer von diesen macht im deutschen Markt auch nennenswerte Umsätze?

Akos Labady: Ich denke, dass dies sehr differiert – abhängig vom Distributor, den Sie befragen: Wir arbeiten hier in Deutschland mit Hy-Line Power Components zusammen, dessen Vertriebsingenieure uns berichten, dass sie als Wettbewerber vor allem Firmen wie Maxwell, SPSCAP, Cooper/PowerStor und Nesscap wahrnehmen.

Bleiben wir gleich mal bei den Distributoren, die sich im Wesentlichen um Kunden mit mittleren und kleineren Stückzahlen kümmern.Muss man Supercaps anders vermarkten als herkömmliche Alu-Elkos oder Keramik-Chipkondensatoren?

Labady: Nein, nicht wirklich! Auch bei den Supercaps geht es darum, die Kundenbasis kontinuierlich auf dem neuesten Stand zu halten, und zwar dahingehend, welche neuen Baureihen auf den Markt kommen, ferner welche Stückzahlen ab Lager kurzfristig geliefert werden können. Und die FAEs der Distributoren sollen herausfinden, welche neuen Applikationen für die stetig leistungsfähigeren Supercap-Genera­tionen kurz- und mittelfristig interessant werden könnten.

Wenn sich für Supercaps neue Einsatzfelder öffnen, so würde man vermuten, dass dort noch erhebliche Wissendefizite vorhanden sind.

Labady: Die verschiedenen Kondensatortechnologien unterscheiden sich nicht so sehr, dass man den Entwicklern jetzt neues Grundlagenwissen vermitteln müsste. Die klassischen Kondensatoren wie Alu- oder Tantal-Kondensatoren kommen indes mehrheitlich in Applikationen mit Wechselspannung zum Einsatz, während die Supercaps vorrangig als Ergänzung oder Ersatz für Primärbatterien oder Akkus gedacht sind und damit in Gleichspannungs-Applikationen Anwendung finden. Dies erfordert in der Tat ein gewisses Umdenken bei den Entwicklern, das die FAEs der Distributoren durch entsprechende Schulungsmaßnahmen erst fördern müssen.

Welche konkreten Probleme mit Supercaps tragen denn Kunden direkt oder über den Distributor an Sie als FAE des Herstellers heran?

Labady: Die Fragestellungen sind vielfältig und hängen davon ab, in welchen Applikationen die Bauteile Verwendung finden. Als Akkus müssen sie ex­trem viele Lade- und Entladezyklen verkraften. Oder sie sind sehr starken Temperaturschwankungen ausgesetzt, was sich durchaus auf deren Langzeitstabilität auswirken kann. Natürlich wollen die Entwickler auch wissen, wie weit und mit welchen Maßnahmen die Bauteile gegen starke Spannungs- und Stromschwankungen oder auch gegen Spannungs-/Stromspitzen durch Blitzschläge geschützt werden müssen. Nachdem die Supercaps häufig zu Arrays parallelgeschaltet werden, stellt sich häufig auch die Frage nach der geeigneten Spannungs-Balancierung. Für alle diese Fragen gibt es von unserer Seite stets umfassende Antworten.

Selbst wenn Sie hundert verschiedene Baureihen anbieten, wird es Kunden geben, die etwas anderes haben wollen. Wie weit können Sie als Hersteller auf solche Änderungs- oder Verbesserungsvorschläge reagieren?

Labady: Im Rahmen dessen, was wir als Kapazitätsspektrum zwischen 0,22 und 3000 Farad bislang anbieten können, dürfte es kaum eine Anfrage geben, die wir nicht zufriedenstellend beantwortet haben. Wir können die Bauteile zu Paketen verschalten und dabei sogar räumliche Vorgaben berücksichtigen, soweit die Kundenapplikation dies vorschreibt. Die allermeisten Anfragen konnten wir bis dato immer mit geeigneten Lösungen bestücken.