45 Jahre SE Spezial-Electronic: Weniger kann auch mehr sein

Weniger ist (manchmal) mehr!
Weniger ist (manchmal) mehr!

Angesichts des anhaltenden Konzentrationsprozesses in der Distributionsbranche suchen immer mehr Lieferanten und Anwender inzwischen ganz bewusst nach Vertriebspartnern, die sich auf wenige Themenfelder und Produktlinien konzentrieren, sich dafür aber durch fundiertes technisches Wissen, eigenes Entwicklungs-Know-how und erstklassigen Service auszeichnen.

Profiteure dieses Trends könnten mittelständische Unternehmen wie die in Bückeburg angesiedelte SE Spezial-Electronic sein, die für Hersteller wie u-blox, Epson oder Mornsun zu den wichtigsten deutschen Vertriebspartnern zählen. Für Rolf Aschhoff (Bild 1), beim Distributor für Marketing & Vertrieb verantwortlich, jedenfalls steht außer Frage, dass sich das Geschäft mit den vielseitig einsetzbaren Wireless-Lösungen von u-blox auch 2015 weiter nach Plan entwickeln wird. „So wie es derzeit aussieht, werden wir unsere eigenen ehrgeizigen Wachstumsziele möglicherweise deutlich übertreffen“, gibt sich Aschhoff optimistisch. Die personellen Voraussetzungen dafür hat SE Spezial Electronic bereits im letzten Jahr geschaffen.

Obwohl erst seit 2013 deutscher Distributionspartner des weltweit führenden Anbieter von Chips und Modulen für die satellitengestützte Navigation, sind bei dem Bückeburger Vertriebsunternehmen inzwischen über ein halbes Dutzend hochqualifizierter Spezialisten weitestgehend nur für diese eine Linie im Einsatz. Sie beraten Kunden und potentielle Anwender nicht nur bei der Auswahl des am besten geeigneten Produkts, sondern auch bei Layout-Fragen hinsichtlich Modulpositionierung, Schirmung und Leitungsführung, geben Tipps zu messtechnischen Untersuchungen (EMV) oder relevanten Funkrichtlinien.

Im Rahmen eines exklusiven vom Distributor angebotenen Design Reviews können darüber hinaus sogar die Schaltung und das Layout einer Lösung zu jedem Zeitpunkt der Entwicklung überprüft werden. „Was wir hier im Bereich technischer Support und Design-in-Unterstützung anbieten, reicht weit über den für reine Distributionsunternehmen üblichen Rahmen hinaus. Glücklicherweise wissen das nicht nur unsere Lieferanten, für die wir quasi als eine Art verlängerte Werkbank agieren, sondern auch unsere Kunden zu schätzen. Machbar ist das allerdings nur, weil wir uns im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern in der Regel auf maximal zwei oder drei, manchmal sogar nur einen einzigen Hersteller pro Produktsegment konzentrieren“, erläutert Aschhoff das seit 45 Jahren erfolgreiche Geschäftsmodell.

Um sich durch die selbst auferlegten Beschränkungen hinsichtlich der Zahl der vertretenen Linien als Anbieter von Systemlösungen anderweitig nicht zu sehr einzuschränken, ist man bei SE Spezial Electronic im Gegenzug sehr darauf bedacht, dass das Produktportfolio der jeweiligen Partner möglichst alle relevanten industriellen Einsatzbereiche abdeckt. So sind beispielsweise von u-blox 17 verschiedene Mobilfunk-Module (Bild 2) mit Download-Raten bis 150 MBit/s verfügbar.

 

Der Anspruch, mit möglichst wenigen Linien möglichst viele Einsatzfelder so abzudecken, dass dem Kunden im Idealfall eine Komplettlösung aus einer Hand angeboten werden kann, gelte laut Rolf Aschhoff natürlich auch für elektromechanische und passive Komponenten, Sensoren, Speichermodule, den Analog- & Mixed Signal-Bereich, die Display/Opto-Divison oder Power-Module. Mitunter sei es allerdings gar nicht so einfach, die qualitativ und preislich mitunter recht unterschiedlichen Vorstellungen der Kunden immer unter einen Hut zu bringen. „Ich denke da beispielsweise an die Stromversorgungen, die sich in den vergangenen Jahren zu einem sehr komplexen Thema entwickelt haben. Hier nur ein komplettes Portfolio an AC/DC- und DC/DC-Umsetzern, Transmittern für RS-232, RS-485 und CAN, LED- und IGBT-Treibern, Trennverstärkern und Komponenten für EMV-Filter im Programm zu haben, reicht in vielen Fällen einfach nicht aus“, betont Aschhoff.

„Da ist schon auch zusätzliches eigenes Beratungs-Know-how beispielsweise in punkto Potentialtrennung, Korrektur des Leistungsfaktors etc. gefordert. Natürlich sehen wir es als unsere Aufgabe, den Entwickler bei der Auswahl der optimalen Architektur für eine analoge oder digitale Lösung zu unterstützen. Ob er sich dann letztlich für ein Power-Modul von Intersil oder eine vergleichsweise preiswerte Stromversorgung von Mornsun (Bild 3) entscheidet, bleibt letzten Endes allerdings ihm überlassen.“