Deutsche Bauelementedistribution Schwache Auftragslage im Frühjahrsquartal

Die deutsche Deutsche Bauelementedistribution schrumpft im zweiten Quartal 2019 um 2 Prozent, berichtet der Fachverband der Bauelemente Distribution. Auch die Auftragslage bleibt schwach.

Die schwächer werdende Auftragslage in der deutschen Bauelementedistribution schlägt sich erstmals nach zwei Jahren in einem Umsatzrückgang nieder. Der Umsatz der im Fachverband Bauelemente-Distribution (FBDi e. V.) organisierten Distributionsunternehmen ging um 2 Prozent auf 879 Millionen Euro zurück. Die Auftragslage hat sich weiter abgeschwächt, auf rund 748 Millionen Euro. Die Book-to-Bill-Rate fällt auf einen Wert von 0,85.

Bei den großen Produktsegmenten blieben sowohl Halbleiter als auch Passive Bauelemente auf Vorjahresniveau (623 Millionen Euro beziehunsgweise 112 Millionen Euro), die Eletromechanik sank um 12 Prozent auf 91 Millionen Euro, die Stromversorgungen um 7 Prozent auf 26 Millionen Euro. Die kleineren Produktgruppen (Displays, Baugruppen & Geräte) schrumpften ebenfalls, nur die Sensoren wuchsen um 22 Prozent. An der Marktverteilung änderte sich kaum etwas: Halbleiter 70 Prozent, Passive 13 Prozent, Eletromechanik 11 Prozent. Der Rest kam zusammen auf 6 Prozent.

»Leider zeigt sich, dass die Rückkehr von einem überhitzen Markt zur Normalität etwas zu normal ausfällt. Die Auftragslage, speziell bei Halbleitern und passiven Komponenten, ist schlechter geworden als erwartet«, erklärt FBDi-Vorstandsvorsitzender Georg Steinberger. »Jedoch zeigen sich bei den Umsätzen schon Gewinner und Verlierer, zum Beispiel Speicher, Opto-Bauelemente und Passive – außer Kondensatoren. Das erste Halbjahr endete noch mit einem Gesamtplus von einem Prozent. Für das zweite Halbjahr ist angesichts der geringen Aufträge von einem Minus auszugehen.«

Durchwachsene Aussichten

Die derzeitige Verunsicherung durch Brexit, Zollstreit und weitere makroökonomische Verwerfungen wird bestehen bleiben, meint Steinberger: »Wenn man ganz realistisch ist und dem politischen Kuddelmuddel auch noch harte Realitäten beimischt – Klimawandel, das Ende der Wegwerfgesellschaft – dann bekommt man recht durchwachsene Aussichten über die kurzfristige Entwicklung des Marktes. Langfristig bin ich überzeugt, dass nur nachhaltige Technik und Innovation zu einer gesamtgesellschaftlichen Lösung beitragen können. Eine große Herausforderung, jedoch mit einem Riesenpotenzial für unsere Industrie.«