DMASS Halbleiter-Distribution startet 2019 solide

Wachstum

Die europäische Halbleiterdistribution verzeichnete laut DMASS (Distributors’ and Manufacturers’ Association of Semiconductor Specialists) auch im ersten Quartal 2019 einen Rekord: Der Umsatz stieg um 8,4 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro.

»Erstaunlich, dass unsere Branche nach acht Quartalen mit einem Konzernumsatz von deutlich über 2 Milliarden Euro einen weiteren Rekord verzeichnen konnte. Da ein Großteil des aktuellen Wachstums von einem soliden Rückstand getrieben wird, erwarten wir jedoch, dass das Wachstum im Laufe des Jahres nachlässt, da viele Mitglieder sehen, dass sich die Buchungssituation abschwächt«, erklärt Georg Steinberger, Vorstandsvorsitzender von DMASS.

Schlüsselt man die Umsatzzahlen nach Ländern und Regionen auf, zeigt sich ein uneinheitliches Bild: Während die größeren Nationen wie Großbritannien, Deutschland, Frankreich und Italien das durchschnittliche Wachstum kaum erreichten, wuchsen einige Länder in Skandinavien und Osteuropa im zweistelligen Bereich.

Deutschland wuchs um 5,1 Prozent auf 742 Millionen Euro; Italien schrumpfte um 1,4 Prozent auf 219 Millionen Euro. Frankreich wuchs um 8 Prozent auf 172 Millionen Euro, Großbritannien (ohne Irland) um 5,9 Prozent auf 159 Millionen Euro, Osteuropa um 10 Prozent auf 407 Millionen Euro und Skandinavien um 32 Prozent auf 250 Millionen Euro.

»Die Zahlen zeigen einige ungewöhnliche Effekte in Ländern mit einem bedeutenden Contract-Manufacturing-Geschäft, aber im Allgemeinen sieht es so aus, als würden die großen Volkswirtschaften den Löwenanteil der aktuellen Abschwächungseffekte einnehmen. Ob das ein Trend für den Rest des Jahres ist, bleibt abzuwarten«, sagt Steinberger.

Diskrete Bauteile, Powerprodukte, Sensoren und Speicher sind Haupttreiber

Aufgegliedert nach Produktgruppen wird deutlich, dass vor allem diskrete Bausteine, Sensoren, Speicher sowie andere Logikbausteine und Powerprodukte das größte Wachstum erzielten – jedoch nicht in allen Ländern. Während die Optoelektronik zu kämpfen hatte und analoge Bausteine sich im Durchschnitt bewegten, verzeichneten insbesondere die Speicher, die diskreten Bauteile und die Sensoren zweistellige Zuwächse.

Im Detail wuchsen die analogen Bausteine um 10,5 Prozent auf 739 Millionen Euro. Power um 11,7 Prozent auf 278 Millionen Euro. Speicher (+15,8 % auf 227 Millionen Euro) überholten die Optoelektronik (1,5 % auf 220 Millionen Euro), während die programmierbaren Logikbausteine um auf 166 Millionen Euro (5,8%) und andere Logikbausteine auf 138 Millionen Euro um 23 Prozent wuchsen. MOS Micro schrumpfte dagegen um 0,1 Prozent auf 478 Millionen Euro.

»Insgesamt waren die beiden wichtigsten in diesem Quartal erkennbaren Trends die Schwäche der Optoelektronik und der Technologiewechsel bei Mikrocontrollern zu höherwertigen Architekturen. Wir erwarten eine gewisse Nivellierung in den nächsten Quartalen, aber es ist offensichtlich, dass bestimmte Produkte attraktiver werden, während andere in den Hintergrund rücken«, ergänzt Steinberger.