DMASS Frühjahrsmüdigkeit bei der europäischen Halbleiterdistribution

Die europäische Halbleiterdistribution verzeichnet im zweiten Quartal 2019 einen Rückgang des Wachstums um 1 Prozent. Deutschland wächst minimal; Italien, Russland und Israel kämpfen.

Wie erwartet verlangsamte sich der Komponentenvertriebsmarkt in Europa im zweiten Quartal 2019. So ging der europäische Halbleiter-Vertriebsmarkt laut DMASS (Distributors’ and Manufacturers’ Association of Semiconductor Specialists) im Frühjahrsquartal um 1 Prozent auf 2,32 Milliarden Euro zurück.

»Wie in unserer letzten Mitteilung bereits erwähnt, wurde die Abschwächung aufgrund schwächerer Buchungen in den Vorperioden erwartet und wird sich im Laufe des Jahres fortsetzen«, erklärt DMASS-Vorstandsvorsitzender Georg Steinberger.

Begründen ließe sich diese Entwicklung einerseits durch Einflussfaktoren, die sich auf brancheninterne Gründe verteilen – Überkapazitäten bei Erinnerungen, langer Lagerbestand bei Großkunden, schwacher Absatz bei Konsumgütern, Lieferanten, die Geschäfte von der Distribution zurücknehmen und anschließende Preisrückgänge. Hinzu kämen Makroeffekte wie Handelskonflikte, der Brexit sowie eine generelle wirtschaftliche Unsicherheit in der gesamten Branche.

»In Kombination mit den Änderungen von DTAM zu TAM wirken sich all diese auf den anhaltenden Preisdruck aus, der insgesamt das Ausmaß des zu erwartenden Abschwungs beeinflusst«, ergänzt Steinberger.

Minimaler Zuwachs für Deutschland, Italien verliert 11,3 Prozent

Auf Länder- und Regionenebene zeigt das zweite Quartal ein uneinheitliches Bild, vom zweistelligen Wachstum in kleineren Ländern bis hin zum zweistelligen Rückgang in mittleren Märkten wie Italien, Israel und Russland.

Unter den wichtigsten Märkten wuchs Deutschland um 0,1 Prozent auf 681 Millionen Euro, Italien schrumpfte um 11,3 Prozent auf 200 Millionen Euro, Frankreich um 3,9 Prozent auf 155 Millionen Euro, Großbritannien (ohne Irland) um 4,2 Prozent auf 155 Millionen Euro, Osteuropa um 4 Prozent auf 406 Millionen Euro und Skandinavien um 3 Prozent auf 207 Millionen Euro.

Nur wenige Produktgruppen wachsen

Auf Produktebene wurde fast jeder Bereich negativ, mit Ausnahme einiger ausgewählter Kategorien wie Leistung, Sensoren, Opto, Analog, Speicher und Logik. Analoge Produkte wuchsen um 1,5 Prozent auf 687 Millionen Euro, MOS Micro schrumpfte um 5,6 Prozent auf 455 Millionen Euro. Power wuchs um 2,6 Prozent auf 258 Millionen Euro, Speicherbausteine sanken um 0,8 Prozent auf 206 Millionen Euro und Opto verlor 8,4 Prozent auf 203 Millionen Euro. Während die programmierbare Logik um 4 Prozent auf 147 Millionen Euro zurückging, verzeichneten die übrigen Logikbauelemente ein erneutes Wachstum: 19,3 Prozent auf 137 Millionen Euro.

»Das letzte Quartal sieht etwas unbeholfen aus, wenn man Produkte vergleicht, die durch projektgesteuerten Vertrieb verbunden sind – Analog wächst, während MOS Micro abnimmt. Die programmierbare Logik schrumpft, während ASSPs deutlich explodieren, Opto und LEDs sinken, Sensoren wachsen. Enttäuschend ist das LED-Geschäft. Positiv zu vermerken sind Power-MOS, die sich zur zweitgrößten Produktkategorie im Vertrieb entwickelt haben und nur von der Stromversorgung übertroffen werden. Die Bauelemente der digitalen Logik reichen langsam an diejenigen der programmierbaren Logik heran. Genosse Trend sagt hallo ...«, erklärt Georg Steinberger.

Was für den Rest des Jahres auf die europäische Halbleiterdistribution zukommt, sei in einem solch unruhigen Umfeld im Jahr 2019 schwer vorherzusagen. Steinberger: »Die Distribution ist gut positioniert, hervorragend organisiert und berechenbarer als der Rest des Marktes. Es ist an der Zeit, dass der wahre Wert dessen, was wir für die Industrie tun, von beiden Seiten der Lieferkette richtig erkannt wird.«