FBDi e.V. Behörde verschärft Nachweispflicht für Lithium-Batterien

Der Umlauf von Lithium-Ionen-Batterien erhöht sich.

Die Nachfrage von Lithium-Batterien und –Zellen steigt. Eine neue Vorschrift im Gefahrgutrecht soll unbekannte Quellen verhindern.

Das Gefahrgutrecht stellt ab 1.1.2020 neue Anforderungen an die Dokumentation zum Transport von Lithium-Batterien. Der Fachverband Bauelemente Distribution e.V. (FBDi) meldet, dass laut Abschnitt 38.3.5 des UN-Handbuchs die Informationen zum bestandenen UN-Transportation-Test ausführlicher dokumentiert und für den Versand entlang der Lieferkette zwingend bereitgestellt werden müssen. Betroffen sind alle nach dem 30. Juni 2003 hergestellten Batterien. Die Anforderungen gelten für Hersteller und nachfolgende Vertreiber von Lithium-Batterien/-Zellen und somit auch für Distributoren. Ausnahmen gelten nur für so genannte Prototypen oder Kleinserien von maximal 100 Stück. Diese dürfen via Sondervorschrift 310 des ADR/IMDG und A88 des IATA-Rechts transportiert werden.

Hintergrund der neuen Vorschrift ist die steigende Nachfrage von Lithium-Batterien und -Zellen. Weil immer mehr Produkte aus unbekannten Quellen im Umlauf sind, stellt das Gefahrgutrecht zusätzlich zum UN 38.3-Report neue Anforderungen an die Dokumentation. Der bisherige Report weist nach, dass die Batterien grundsätzlich tauglich für die Beförderungen sind. Fehlt der Nachweis, kann der Spediteur den Transport verweigern. Der FBDi verweist auf die umfangreichen Daten, die der UN-Prüfbericht enthalten muss.

Details für die einzelnen Verkehrsträger enthalten die jeweiligen Regelwerke: 

             Straße, Schiene und Binnenschifffahrt: ADR / RID / ADN 2.2.9.1.7

             Seeschifffahrt: IMDG-Code 2.9.4 Lithium-Batterien

             Luftverkehr: IATA-DGR 3.9.2.6 Lithium-Batterien

Wichtig für den reibungslosen Transport sind laut FBDi unter anderem die richtige Klassifizierung und Versandvorbereitung. Die zu erfüllenden Auflagen sind auch von der Nennenergie einer Lithium-Ionen-Batterie oder vom Lithium-Gehalt in der Lithium-Metall-Batterie abhängig. Ein erleichterter Versand nach IATA-DGR und ADR ist bei Lithium-Ionen-Batterien mit einer Nennleistung von unter 100 Wh oder 20 Wh pro Zelle und bei Lithium-Metall-Batterien mit Lithiumgehalt von bis zu 2 g oder 1 g pro Zelle möglich.

Für beschädigte Lithium-Batterien oder -Zellen sind zudem besondere Bedingungen bei Verpackung und Versand zu beachten: Zusätzlich zur geforderten Kennung beim regulären Versand ist die Markierung des Packstücks mit »Beschädigte/defekte Lithium-Ionen-Batterien bzw. Lithium-Metall-Batterien« zwingend notwendig.