Georg Steinberger, Avnet EMEA »Automotive und Industrial sind die Wachstumsmärkte für Europa«

Georg Steinberger, Vorsitzender des FBDi e.V.: »Von Bastelbedarf und Instant Access«
"Die Distributoren reagieren und werden schneller, effektiver", sagt Georg Steinberger, Vice President Marketing & Communications bei Avnet EMEA.

Wo geht die technische Entwicklung hin und welche Themen spielen auch zukünftig eine Rolle in der Distribution? Georg Steinberger, VP Marketing & Communications bei Avnet EMEA im Elektronik-Trendinterview.

Was halten Sie für die entscheidenden Innovationen und Trends im Laufe der kommenden zwölf Monate?
Die Trends beziehungsweise die Themen, die das Jahr 2020 bestimmen werden, sind der breite und großflächige Einsatz von 5G, alles rund um IoT und künstliche Intelligenz. Zudem wird Edge Computing heiß diskutiert.

In welchen Märkten erwarten Sie 2020 das größte Wachstum?
Die größten Wachstumsmärkte sind 2020 weiterhin die Smartphone- und Tablet-Bereiche. Für Europa sind die die Automotive- und Industrial Märkte sehr wichtig, hier erwarten wir eine Rückkehr zum Wachstum.

Welche Entwicklungen werden in den Endmärkten auf uns zukommen?
Auch hier ist KI oder AI das Schlagwort. Ein Beispiel ist die Automatic/Robotic Process Automation, die wir auch bei Avnet seit Jahren erfolgreich einsetzen. Sie unterstützt uns bei einer Vielzahl von strukturierten Prozessen und ermöglicht es uns, diese effizienter und effektiver zu gestalten. Hinzu kommen Machine Learning und verbunden damit Embedded Vision in großem Stil.

Verändern sich die Anforderungen, die an Distributoren gestellt werden? Wenn ja, inwiefern?
Natürlich ändern sie sich, ansonsten hätten wir einen Stillstand. Die Distributoren reagieren und werden schneller, effektiver. Vieles ist und wird automatisiert, wie Quoting und Delivery – auch Standardprozesse werden zunehmend automatisiert und digitalisiert.

Was sind die größten Herausforderungen in der Supply Chain, denen Ihre Kunden sich heute stellen müssen? Und wie unterstützen Sie Ihre Kunden dabei?
Stärkere Exklusivverträge zwischen Distributoren und Herstellern führt zu stärkeren Abhängigkeiten, die alle Parteien betreffen – Single Source, Preisabhängigkeit und Abhängigkeit der Kunden. Ob das auf langfristig wettbewerbsfähig ist, bleibt abzuwarten.

Wie wichtig ist das Thema Obsoleszenzmanagement?
Ist immer wichtig, gerade wenn auf Herstellerseite Konsolidierungen oder Akquisen stattfinden. Der Prozess hat sich in den letzten 30 Jahren nicht schwer verändert. Der Kunde muss generell beim Design dieses im Kopf haben und der Hersteller bereinigt sein Portfolio aufgrund von Konsolidierung/Akquision. Es gehört zu unseren Aufgaben als Verbindungsstück zwischen Kunde und Hersteller, hier die entsprechende Anlaufstelle und Beratung zu bieten.

Welche Bedeutung haben Umweltschutzaspekte für die Distribution?
ISO14001 reicht nicht mehr. Im Zuge des Klimawandels ist Transparenz unbedingt notwendig, um seinen Impact  aufzuzeigen. Vollständige Corporate Responsibility wird immer mehr und durchgehend verlangt.

Welche Rolle spielen Standards in der Distribution?
Standards gibt es viele, auf einige haben wir Einfluss beziehunsgweise können sie wählen oder selbst setzen, andere wiederum können wir nur erfüllen. Technische Standards werden meistens von den Herstellern gesetzt. Wir können mit Standards in der Prozessautomatisierung effizienter und effektiver werden. Gewisse Umweltstandards wie Zertifizierungen müssen auch erfüllt werden. Sonst ist es für die Distribution wichtig immer offen sein, und zu sehen, was der Kunde braucht und die dann umsetzen.

Gibt es in Ihrem Unternehmen Neuigkeiten in Bezug auf Expansion, Strategie oder Ähnliches?
Ein starker Fokus liegt auch alles rund um das Thema IoT. Die Vernetzung schreitet weiter voran – man denke nur an 5G – und eröffnet auch weiterhin unzählige Möglichkeiten und Optionen. Die Ideen von heute sind die Technologien von morgen.

 

Georg Steinberger

, Vice President Marketing &  Communications bei Avnet EMEA, ist ein langjähriger Kenner der Distributionsbranche. Gleichzeitig ist er auch Vorstandsvorsitzender des Fachverbands der Bauelemente-Distribution e. V. (FBDi) sowie Chairman des europäischen Pendants DMASS.