Interview – Future Electronics: Ausbau der technischen Kundenunterstützung in Breite und Tiefe

Andreas Schumm, Techn. Direktor Zentraleuropa bei Future Electronics: »Gerade bei den sogenannten ‚VOEM‘ (Virtuellen OEM) liegt unser Fokus auf dem Support der Applikation direkt beim F&E-Kunden.«
Andreas Schumm, Techn. Direktor Zentraleuropa bei Future Electronics: »Gerade bei den sogenannten ‚VOEM‘ (Virtuellen OEM) liegt unser Fokus auf dem Support der Applikation direkt beim F&E-Kunden.«

Future Electronics hat sich den Ausbau des persönlichen Kundensupports vor Ort auf die Fahnen geschrieben und investiert in letzter Zeit verstärkt in Applikations-Ingenieure. Dabei reicht das Spektrum von Referenz-Designs bis zur kundenspezifischen Auftragsentwicklung.

Elektronik-Distributoren versuchen seit geraumer Zeit, sich mit dem Ausbau der Kundenunterstützung vom Wettbewerb abzuheben. Das kostet zwar einerseits Geld, andererseits lässt der Wettbewerb kaum Alternativen zu. Wir haben mit Andreas Schumm, Techn. Direktor Zentraleuropa bei Future Electronics, darüber gesprochen, wie die Strategie des kanadischen Unternehmens im Application Engineering aussieht.

Herr Schumm, Future Electronics möchte derzeit das Application Engineering in Zentraleuropa ausbauen. Wie ist der aktuelle Stand und welches Ziel visieren Sie an?
Andreas Schumm: Future investiert sehr stark in den Ausbau des persönlichen Kundensupports vor Ort. Aktuell suchen wir in nahezu allen Vertriebsregionen Applikation-Ingenieure, die unserer Kunden bei Ihrer Entwicklung unterstützen. Besonderen Wert legen wir darauf, unsere Kunden bei der kompletten Applikation und mit unsere kompletten Linecard zu unterstützen. Dank unserer Technik-Spezialisten und unserer vertikalen Supportstruktur, bieten wir unseren Kunden aber auch die notwendige Tiefe an. So können, z.B. Kunden auf eine speziell geschulte »Lighting«-Organisation zurückgreifen.
Unser Antrieb dabei ist es, unseren Kunden den branchenweit höchsten Service-Level anzubieten, mit dem Ziel, Kunden täglich weltweit zu begeistern (Corporate Mission Statement).

Einige Distributoren bieten ihren Kunden Referenzdesigns aus eigener Entwicklung an. Wie ist die Situation bei Future und machen Sie auch kundenspezifische Entwicklungen?
Schumm: In unserem Center of Excellence (CoE) entstehen die verschiedensten Referenz-Designs, die unseren Kunden helfen ihre »Time to Market« zu verkürzen. So entwickelten wir, z.B. kürzlich mit unserem »GaNdalf« ein GaN-Referenz Design, das den Kunden eine Lösung für 1 kW Leistungsfaktorkorrektur bietet. Ebenso bieten wir mit »Sequana« die weltweit erste ARM mbed OS enabled PSoC Plattform an. Aber natürlich auch kundenspezifische Design-Lösungen entstehen im CoE. Diese werden anschließend weiteren Kunden zur Verfügung gestellt. Mit dem »SPINnaker« bietet Future seinen Kunden eine kostengünstige 8-bit-MCU für  Motorregelungen an. Darüber hinaus gäbe es noch zahlreiche weitere Beispiele.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, dass Sie Ihre Entwicklungsressourcen dem Kunden zur Verfügung stellen? Berechnen Sie Entwicklungsdienstleistungen nach Aufwand?
Schumm: Generell werden von uns alle Kunden bei Ihrer Entwicklung unterstützt. Das reicht von der Bewertung der Platine bis hin zum kundenspezifischen Design, in einem unserer Labore. Dabei fallen dann geringe NRE-Kosten für Entwicklungsdienstleistungen an.

Mit welcher Art von Designs haben wir es in Zentraleuropa zu tun?
Schumm: In Zentraleuropa unterstützen wir eine Vielzahl von Applikationen, z.B. industrielle Meßausstattung , Motorsteuerungen, Metering, smarte Aktuatoren, HMI, Funklösungen, Akku betriebene Systeme, Beleuchtungssysteme in Gebäuden uvm.

Inwieweit bekommen Sie in Zentraleuropa Unterstützung von der EMEA-Zentrale im englischen Egham?
Schumm: Insbesondere unser Center of Excellence ist eine europäische Initiative. Darüber hinaus können wir auf eine Vielzahl von Design-Centern zurückgreifen. So bieten wir unseren Kunden z.B. in Egham ein Design-Center für Power-Applikationen an. Sobald Sie als Kunde bei sich im Unternehmen einen Technologie-Workshop planen, kommen unsere »Verticals« zum Einsatz. Hier können wir auf ein Team aus Lieferanten und Technik-Spezialisten zurückgreifen.

Wie gehen Sie damit um, wenn der eigentliche Kunde ein Fertigungsdienstleister (EMS) ist und die Entscheidungsträger, die festlegen, welche Bauelemente verbaut werden, in Firmen sitzen, die selbst nicht fertigen (OEM)?
Schumm: Dank unseres globalen IT-Systems ist es uns möglich, das Geschäft überall auf der Welt abzubilden. Gerade bei den sogenannten »VOEM« (Virtuellen OEM) liegt unser Fokus auf dem Support der Applikation direkt beim F&E-Kunden. Diese Kunden werden von uns ebenso unterstützt, wie der normale OEM. Das »vernetzen« des Geschäfts gehört für uns zum normalen Tagesgeschäft.

Future Electronics finden Sie auf der electronica in Halle C3, Stand 321.