Interview 30 Jahre Hy-Line

Ein Distributorunternehmen jubiliert
Ein Distributorunternehmen jubiliert

Das Unternehmen Hy-Line feierte in diesem Sommer sein dreißigjähriges Bestehen. In den vergangenen Jahren hat sich der Distributor immer mehr zum System- und Komplettanbieter für Elektronik weiterentwickelt.

1988 wurden die Hy-Line Holding und die Hy-Line Power Components durch die ehemaligen Gesellschafter Harald Borzym, Jens Mittendorf und Manfred Riegel gegründet. Im Rahmen der 30-Jahr-Feier fand ein großes Fest für Mitarbeiter und deren Familien statt. Überhaupt hat sich das Unternehmen in den vielen Jahren seinen familiären Charakter bewahrt. Einen Einschnitt stellte allerdings der Rückzug der Gründungsgesellschafter vor drei Jahren dar. Darüber, und wie sich eine relativ kleine Firma im Haifischbecken der Großen bewähren kann, sprach Elektronik mit Oliver Gropp, Leiter Marketing und Kommunikation und mit den Hy-Line-Geschäftsführern.

Was war die Gründungsidee der Hy-Line?

Oliver Gropp: Die Gründer-Gesellschafter wollten vorwiegend amerikanischen Herstellern einen Weg auf den europäischen Markt ebnen, speziell in der D-A-CH-Region. Das bedeutet: Produkte importieren und in den Markt einführen und diese mit einem kompletten Marketing- und Sales-Konzept unterstützen: Übernahme kompletter Werbung, PR, Teilnahme an Messen, Durchführung von Seminaren, mit einem eigenständigen Vertriebs- und FAE-Team u.ä., adaptiert auf den deutschsprachigen Markt. Schon damals verstanden wir uns als Spezialisten. So kam es dann 1990 zur Gründung der Hy-Line Computer Components und 1997 zur Gründung der Hy-Line Communication Products. Ein weiteres Ziel war es schon immer, Synergien zwischen Herstellern auf technischer Ebene zu schaffen. Als Beispiel sei erwähnt, dass derjenige, der ein Display einsetzt, auch eine Ansteuerschaltung dafür benötigt.

Was hat sich durch den Rückzug der Gründer und Eigner im Jahr 2015 verändert

Oliver Gropp: Die Gründungsidee hat sich weiterentwickelt. Der Fokus liegt mehr und mehr auf Beratung, applikationsspezifischem Know-how und der Weiterentwicklung vom Komponentenvertrieb in Richtung Systemgeschäft. Wir wollen Bauteile nicht nur Wshippen« sondern kombinieren und technisch beraten. Das ist eine kontinuierliche Entwicklung, denn alle neuen Geschäftsführer hatten vor Aufnahme ihrer Geschäftsführertätigkeit weit mehr als zehn Jahre in Führungspositionen im Unternehmen gewirkt. Und sie sind – wie schon die Gründer – zugleich Gesellschafter. Damit setzen wir ein starkes Signal nach innen wie nach außen – und stärken Vertrauen und Sicherheit.

Welchen Vorteil versprechen Sie sich davon, Hy-Line in drei vonein­ander getrennte Gesellschaften für Computer, Communications und 
Power zu gliedern?

Carsten Pfaff, GF Hy-Line Communication Products: Damit gewährleisten wir die Fokussierung auf Technologien und Märkte. Unsere Kunden schätzen unser tiefes technisches Technologiewissen und unser damit verbundenes Angebot an intensiver Beratung und Support.

Oliver Gropp: Die getrennten Gesellschaften sind historisch gewachsen. Jede von ihnen hat ein hohes Produkt- und Applikations-Know-how und ist dadurch sehr fokussiert.

Selbstverständlich ist es das Ziel innerhalb der Gruppe zwischen den einzelnen Gesellschaften immer mehr auch Synergien zu realisieren: das gelingt durch unser Vertriebs-, Marketing- und FAE-Team. Ein aktuelles Beispiel dafür ist der Bereich Home Automation/Smart Home. Hier sind wir mit der Kombination aus unseren industriellen OLED-Displays und Funk-Modulen bestens aufgestellt.

Welche Art von Kunden adressiert Hy-Line?

Carsten Pfaff: Alle außer dem Consumer. Funk ist inzwischen nahezu überall vertreten. Das hat sich in den vergangenen fünf Jahren durch IoT stark verändert.

Oliver Gropp: Die von uns entwickelten und implementierten Lösungen passen in die verschiedensten Einsatzfelder: von Avionik, Facility Management, Fernwirken/Fernwarten, Medizintechnik, Navigation, Nutzfahrzeuge, Privat- und Profi-Elektrogeräte, Security, Smart Home bis hin zu Telekommunikation und Transport – und noch weit über die hier beispielhaft vorgestellten Branchen hinaus.

Jochen Krause, GF Hy-Line Power: Wir adressieren alle Kunden, die Wert auf Beratung legen: große OEMs, die innovative Produktentwicklungen machen, wie den Mittelstand und auch Ingenieursbüros, die an technologischen Innovationen beziehungsweise Lösungen arbeiten.