VDE-Erhebung zur Ingenieurausbildung Was leisten Elektroingenieure?

Fachkräfte haben aktuell eine starke Position auf dem deutschen Arbeitsmarkt.
Ingenieure tragen zum Wohlstand der Gesellschaft bei.

Bologna-Reform und der Wegfall der Bezeichnung »Diplom-Ingenieur« haben dem öffentlichen Bild des Elektroingenieurs geschadet. Nun hat der VDE ein neues Thesenpapier veröffentlicht. Es soll belegen, dass Elektroingenieure entscheidend zur Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft beitragen.

Im Rahmen des Bologna-Prozesses wurden europaweit die Studiengänge und -abschlüsse angeglichen, um einen einheitlichen Hochschulraum zu schaffen. Dadurch wurde das Diplomstudium mit den Bachelor- und Master-Abschlüssen ersetzt. Dem Know-How und der Qualifikation der Ingenieure konnte die Umstellung jedoch nichts anhaben. Nach wie vor tragen Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik erheblich zum Wohlstand Deutschlands und zur Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft bei. Das belegt das neue Thesenpapier »Was leisten Ingenieurinnen und Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik?« des VDE-Ausschuss »Studium, Beruf und Gesellschaft«. Für die Erhebung wurden Qualifikationsmerkmale und Einsatzgebiete von Akademikern aus der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik untersucht. Demnach sind die Kompetenzen der Ingenieure in der Elektro- und Informationstechnik – wie ausgeprägte Fachkenntnisse und die Fähigkeit, wissenschaftlich zu arbeiten – wesentliche Voraussetzungen der modernen Industrie- und Wissensgesellschaft und treiben Trends wie die Digitalisierung an.

Neben der Digitalisierung, tragen Ingenieure auch erheblich zur Weiterentwicklung der Arbeitswelt und Kommunikation bei, genauso wie zur Energieversorgung und Mobilität. Hinzu kommen Impulse für Medizin und Bildung. Aufgrund ihrer breiten Qualifikation können sie außerdem in vielen Berufsbereichen eingesetzt werden – von klassischer Forschungs- und Entwicklungsarbeit über Fertigung, Betrieb und Service bis hin zu Marketing, Vertrieb oder Lehrtätigkeit. Beim Studium werden darüber hinaus Qualifikationen ausgebildet, die beruflich große Bedeutung haben. Dadurch sind Ingenieure geübt in dynamischen Systemen und Prozessen zu denken und strukturiert nach Fehlerursachen zu suchen und sie zu beheben. Hinzu kommt der Umgang mit komplexen Systemhierarchien, Schnittstellen und Wirkungszusammenhängen. Der VDE plädiert daher, unter keinen Umständen Abstriche bei der Ausbildung oder ein Aufweichen des Berufsprofils hinzunehmen.

Die VDE- Studie zeigt jedoch auch, dass nur selten Ingenieure eigene Start-Ups gründen. Besonders die gute Arbeitsmarktsituation hält die fast vollbeschäftigten Ingenieure davon ab. Aus diesem Grund fordert der VDE, dass Pioniergeist und Risikobereitschaft wieder mehr gefördert und honoriert werden.