Digitaler Wandel in der Kfz-Industrie Umsetzungsstark ist besser als kreativ?

Viele Unternehmen wollen umsetzungsstarke Mitarbeiter!
Viele Unternehmen wollen umsetzungsstarke Mitarbeiter!

Viele Mitarbeiter in der Automobilbranche beschäftigen sich bereits einen erheblichen Anteil ihrer Arbeitszeit mit digitalen Themen. Doch worauf kommt es den Unternehmen an bei der Mitarbeitersuche?

Eine Studie des Personaldienstleisters Hays und des Beratungsunternehmens PAC zeigte nun, dass umsetzungsstarke Mitarbeiter im Zeitalter der Digitalisierung weitaus stärker gefragt sind als kreative Köpfe. Allerdings fällt es etwa der Hälfte der Unternehmen schwer, die für die Digitalisierung nötigen Kompetenzen intern aufzubauen und geeignete Fachkräfte zu rekrutieren.

Bei einem Drittel der befragten Automobilunternehmen liegt der Anteil der Arbeitszeit für digitale Themen bereits bei über 30 %. Zu den digitalen Aufgaben zählen insbesondere die Digitalisierung der Produkte sowie der gesamten Prozesslandschaft. 60 % der Unternehmen rechnen mit einer weiteren Zunahme des aufzuwendenden Zeitanteils für digitale Themen, 27 % gehen sogar von einem deutlichen Anstieg aus.

Für die Umsetzung der digitalen Themen setzt ein größerer Anteil der Unternehmen auf erfahrene Experten (55 %) als auf Hochschulabsolventen (36 %). Generalisten sind mit 62 % gefragter als Themenspezialisten mit 35 %. Und statt auf kreative Köpfe (35 %) setzen mehr Unternehmen auf umsetzungsorientierte Mitarbeiter.
Um ihre digitalen Kompetenzen zu verbessern, setzen die Automobilunternehmen bei der Digitalisierung auf strukturelle Maßnahmen. Ganz oben steht dabei eine bessere technische Ausstattung der Arbeitsplätze, gefolgt von der Entwicklung flacherer Hierarchien und dem Ausbau der Projektarbeit.

Für Projekte wird in der Automobilindustrie schon heute häufig auf externe Ressourcen zurückgegriffen. So beauftragen 421 % der befragten Unternehmen Dienstleister, 24 % arbeiten mit Freiberuflern und 32 % beschäftigen Zeitarbeiter. Ein Drittel der Befragten beabsichtigt, die Zusammenarbeit mit externen Mitarbeitern auszubauen.

Für die Studie „Automotive im digitalen Wandel“ wurden im April und Mai 2016 108 Führungskräfte aus den Bereichen IT, Fertigung, Forschung und Entwicklung sowie Konstruktion und Produktionsplanung per Telefon befragt. Die Schwerpunkte der Studie lagen auf der Relevanz digitaler Themen, den Anforderungen an die Kompetenzen der Mitarbeiter und Strategien zur Deckung des Kompetenzbedarfs.