War for Talents MINT-Studienanfänger schon früh auf Arbeitgebersuche

Studierende beginnen schon in den ersten Semestern damit, sich über potenzielle Arbeitgeber zu informieren.

Akademisch Talente sondieren den Arbeitgebermarkt bereits sehr früh. Das ist das Ergebnis der Studie »Jobcampus MINT«, für die 500 MINT-Studierende an zehn Hochschulen befragt wurden.

Den Ergebnissen der Studie zufolge machen sich fast zwei Drittel der MINT-Nachwuchstalente schon in den ersten beiden Semestern über Arbeitgeber schlau. 84 Prozent von ihnen haben außerdem – obwohl sie im Durchschnitt erst rund 20 Jahre alt sind – bereits erste Berufserfahrungen gesammelt.

Bewertungsportale werden wichtiger

Viele der befragten Studierenden stoßen an den Hochschulen selbst auf Informationen rund um den Berufseinstieg. Dabei zeigt sich: Die Bedeutung der Informationswege verändert sich, je intensiver sich die Studenten mit Arbeitgeberthemen befassen. Während in der ersten Phase vor allem das soziale Umfeld Einfluss auf die Meinung der Studierenden hat, sinkt der Grad der Einflussnahme aus diesem Milieu in der späteren Entscheidungsphase für oder gegen ein Unternehmen.

Genau anders herum sieht es bei der Nutzung von Arbeitgeberbewertungsportalen aus. Sie spielen vor allem im fortgeschrittenen Entscheidungsprozess eine wichtige Rolle.

Der Trend geht zum Konzern

Viele angehenden MINT-Absolventen möchten einmal in einem Konzern arbeiten. Etwas mehr als ein Viertel zieht es in ein mittelständisches Unternehmen. Nur 12 Prozent wollen an der Hochschule bleiben. Etwa 15 Prozent der angehenden Akademiker möchten selbst ein Unternehmen gründen.

Auch wenn MINT-Studenten klare Vorstellungen davon haben, welche Unternehmensform sie bevorzugen, gibt es keinen speziellen Wunscharbeitgeber. Neun von zehn Studienteilnehmern verneinen die Frage nach einem speziellen »Employer of Choice«. Entsprechend unwichtig in der Berufsorientierungsphase ist für die daher der Bekanntheitsgrad eines Arbeitgebers. Weitaus relevanter sind

  • ein spannendes, interessantes Tätigkeitsfeld (85 Prozent),
  • gute Sozialleistungen (84 Prozent),
  • ein angenehmes Betriebsklima (83 Prozent) sowie
  • Weiterbildungsangebote (82 Prozent).

»In den MINT-Berufen herrscht praktisch Vollbeschäftigung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Das bedeutet: Absolventen suchen sich Arbeitgeber aus, nicht mehr umgekehrt. Das setzt Unternehmen wiederum verstärkt unter Druck, die eigene Arbeitgebermarke nachhaltig in der Kandidatengruppe zu positionieren«, erklärt Nils Wagener, Geschäftsführer der Königsteiner Agentur zu den Ergebnissen der Studie.

Ioannis Voudouris, Geschäftsführer der Deutschen Hochschulwerbung, ergänzt: »Studierende verbringen viel Zeit auf dem Campus. Daher ist die Hochschule für sie ein idealer Ort, um mehr über potenzielle Arbeitgeber zu erfahren. Arbeitgeber, die dieses Informationsbedürfnis bedienen, stehen auf der Pole Position im War for Talents.«