Kommentar Frauen in technischen Führungspositionen

Die Zeiten ändern sich

Dazu muss aber »Mann« sein generelles Rollenverständnis als alleiniger Ernährer überdenken oder besser noch über Bord werfen. Nicht selten trägt »Mann« schwer an der Verantwortung für Beruf und Familie. Eine Last, die den einen oder anderen auch schon einmal erdrückt. In den vergangenen Jahren hat sich unsere Gesellschaft kontinuierlich weiterentwickelt und mit vielen überholten Traditionen gebrochen, weil sich die soziokulturellen Ansprüche eines jeden Einzelnen verändert haben. Die Zeiten, in denen »Mann« als alleiniger Ernährer der Familie angesehen wurde, sind vorbei, auch wenn das in einigen Köpfen leider noch nicht angekommen zu sein scheint. Durch die Verteilung der Verantwortung in einer Lebenspartnerschaft für die gemeinsame Zukunft steigt für alle Beteiligten nicht nur die Lebensqualität.

Der Weg in die Führungsetage

Wer als Frau ganz nach oben kommen will, sollte nicht nur das Spiel mit der Macht verstehen, sondern auch Spaß daran haben. Dabei sollte sie zu sich als Frau stehen und aktiv ihren Standpunkt vertreten. Zum Erfolgsrezept gehört natürlich auch, Chancen zu ergreifen, wenn sie sich bieten, beharrlich das Ziel zu verfolgen und wenn nötig auch einmal ein Wagnis einzugehen. Wer Karriere machen will, braucht Verbündete und Partner an ihrer Seite, die sie beruflich und privat unterstützen. Für die notwendigen informellen Kontakte und das unerlässliche Selbstmarketing sollten Frauen in Anlehnung an das Paretoprinzip 20 Prozent ihrer Arbeitszeit und Arbeitskraft aufbringen.

Führung bedeutet Verantwortung und Gestalten

Frauen in Führungspositionen haben die Chance, die Kultur des Unternehmens so divers zu gestalten, dass in einigen Jahren Frauen in technischen Führungspositionen selbstverständlich sind. Diese Chance sollten sie unbedingt ergreifen. Dazu gehört beispielsweise, sich vorzunehmen, eine Frau für eine technische Führungsposition einzustellen. Das hat nichts mit Quote zu tun, sondern ist Ausdruck eines Umdenkens. Jedes Unternehmen will immer nur die Besten für seine Führungspositionen. Das heißt aber nicht, dass es sich dabei zwangsläufig um einen Mann handeln muss. Weitere Gestaltungsmöglichkeiten bieten sich bei der Organisation von Arbeitsabläufen. Besprechungen finden während der Arbeitszeit statt. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, bedarfsgerechte Kinderbetreuungsangebote, Elternteilzeit auch für männliche Führungskräfte und die Möglichkeit, per Skype an Besprechungen teilnehmen zu können, sind nur einige Beispiele, um mehr Chancengleichheit für Frauen in einem technischen Beruf zu schaffen.

Zu einer vorurteilsfreien und offenen Unternehmenskultur gehört auch, dass tatsächlich das »f« und »d«, wie in den Stellenbeschreibungen genannt, gelebt wird. Führungskräfte und Manager, dazu gehört auch das Top Management, haben alle Möglichkeiten in der Hand, die Rekrutierungs- und Beförderungsprozesse so zu verändern und zu gestalten, dass eingefahrene Denk- und Verhaltensweisen eliminiert werden.

Eine gute Personalberatung leistet hier gute Dienste, weil die Herangehensweise und der Auswahlprozess objektiver geführt werden. Eine erfahrene Personalberaterin, ein erfahrener Personalberater kann dabei helfen, die Prozesse zu analysieren und anschließend zu optimieren.

Die Autorin

Nach ihrem Chemie-Studium führte der Weg von Maritza Cataldo von einem Institut für chemische und mikrobiologische Untersuchungen zur Führungsverantwortung bei einem weltweit agierenden Dienstleistungsunternehmen. Ihr besonderes Augenmerk galt der Auswahl und Empfehlung von Mitarbeitern für eine Führungslaufbahn. In den folgenden Jahren richtete sie ihren Arbeitsfokus auf die Themen Personalauswahl, Assessment und Karriereentwicklung aus und ist seit 15 Jahren erfolgreich als Beraterin tätig. In ihrer Tätigkeit bei der Selecteam Deutschland GmbH besetzt sie Führungspositionen und Expertenfunktionen für nationale und internationale Hersteller und Serviceanbieter.