Ingenieurmangel in Deutschland Bedarf für mehr als 100.000 Elektroingenieure zusätzlich

Für die kommenden zehn Jahre prophezeit der VDE einen gewaltigen Ingenieurbedarf.
Für die kommenden zehn Jahre prophezeit der VDE einen gewaltigen Ingenieurbedarf.

Eine aktuelle Studie des VDE hat ergeben, dass in Deutschland im Zeitraum von 2016 bis 2026 zusätzlich zu den hier ausgebildeten Ingenieuren etwa 100.000 Elektroingenieure mehr benötigt werden.

Die Studie, die eine solche gravierende Mitarbeiterlücke in den kommenden Jahren vorhersagt, hat das Institut für Wirtschaft in Köln im Auftrag des VDE und in Kooperation mit dem VDI durchgeführt. Um ein differenziertes Gesamtbild zu erhalten, wurden Zahlen des Mikrozensus 2013, der Bundesagentur für Arbeit und des statistischen Bundesamtes herangezogen.

Mit den in Deutschland neu ausgebildeten Elektroingenieuren konnten bereits in den vergangenen Jahren höchstens die aus dem Berufsleben ausgeschiedenen Elektroingenieure ersetzt werden.

Der zusätzliche, durch Wachstum und neue Technologien verursachte Bedarf wurde hauptsächlich durch Ingenieure aus dem Ausland, z.B. aus Südeuropa, kompensiert. Im Jahr 2013 betrug der Anteil der ausländischen Elektroingenieure 10,8 % (von insgesamt 381.200 erwerbstätigen Elektroingenieuren in Deutschland).

Für die kommende Dekade wird weiterhin mit einem stetig wachsenden Bedarf nach Elektroingenieuren gerechnet. Daraus ergibt sich die Erwartung, dass bis 2026 über 100.000 Elektroingenieure zusätzlich gewonnen werden müssen. Dabei sollte auch der Wettbewerb mit den anderen Industriestandorten in Amerika, Asien und Europa bei der Suche nach guten Mitarbeitern bedacht werden.

Der VDE weist außerdem darauf hin, dass im Bereich Elektro- und Informationstechnik derzeit keine Überakademisierung vorliegt. Deshalb sollte das Anwerben junger Menschen für elektrotechnische Lehrberufe nicht in Konkurrenz zu einer möglichen akademischen Ausbildung geschehen. Vielmehr könne man von einem „Double Gap“ sprechen, der Elektroingenieure und Elektrofachkräfte gleichermaßen betrifft.

Fast 90 % der Mitgliedsunternehmen im VDE sind aktuell der Ansicht, dass durch technologische Neuerungen wie Digitalisierung, Smart Grid und Industrie 4.0 der Bedarf an Ingenieuren der Elektro- und Informationstechnik weiter steigen wird.

In den vergangenen Jahren wuchs die Anzahl  der in Deutschland beschäftigten Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik kontinuierlich. Dabei lag die mittlere Zunahme an Beschäftigten zwischen 2005 und 2013 bei 10.500 Elektroingenieuren pro Jahr.

Die Arbeitslosenquote für Elektroingenieure bewegt sich seit Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau von weniger als 2,5 % - dies bedeutet aus volkswirtschaftlicher Sicht Vollbeschäftigung.