Markt für Maschinen- und Anlagenbau Wachstum mit "Aber"

Bereits im September meldete der VDMA für das Jahr 2012 ein voraussichtliches Wachstum von 2 %. Für 2013 rechnen die VDMA-Volkswirte ebenfalls mit einem Plus von 2 %. Abhängig ist das jedoch von der Nachfrage aus wichtigen Exportmärkten, und auch die Unsicherheit über die Fortentwicklung der Euro- und Staatsschuldenkrise sorgt für ein „Aber“ in der verhalten positiven Stimmung.

Im Großen und Ganzen ist das Jahr 2012 für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau besser gelaufen, als es das letzte Quartal 2011 vermuten ließe und auch in Anbetracht des weltwirtschaftlichen Umfelds zu erwarten war. Zwar konnte über das Jahr die Umsatzprognose vom Frühjahr von 7 % nicht gehalten werden, doch setzte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau, kurz VDMA, seine Prognose im September von einem Nullwachstum auf ein Plus von 2% hinauf und bestätigte diese Annahme gestern auf der Pressekonferenz anlässlich der SPS IPC Drives. Der aktuelle Wert im August lag bei einem Plus von 3%. Der Auslandsumsatz stieg leicht an, insbesondere der Umsatz aus den Nicht-Euroländern: Hier erwartet der Verband für das Geschäftsjahr 2012 ein Umsatzwachstum von 4%.

Wachstum mit "Aber" in 2013

Auch für das Jahr 2013 erwarten die VDMA-Volkswirte ein leichtes Wachstum von 2%. Aber: Die Geschäftserwartungen der Maschinenbauer und auch deren Kunden in Deutschland sind weniger optimistisch; die Nachfrage aus wichtigen Exportmärkten wie China stockt und auch ist fraglich, ob die USA an Schwung beibehalten. Die Euro- und Staatsschuldenkrise und deren Weiterentwicklung sorgt ebenfalls für Unsicherheiten: In den Sommermonaten ist der sich abzeichnende Erholungsprozess bei den Auftragseingängen ins Stocken geraten. Dr. Ralph Wiechers, Leiter der Abteilung Volkswirtschaft und Statistik im VDMA: „Im ersten Quartal 2013 wird sich die Branche noch auf Minusraten einstellen müssen, denn die Produktion muss sich am hohen Vorjahresniveau messen lassen. Mit Auslaufen dieses Effektes und unter der generellen Annahme, dass sich das weltwirtschaftliche Umfeld wieder aufhellt, könnte die deutsche Maschinenproduktion im Jahresverlauf wieder ins Plus drehen. Wesentliche Voraussetzung ist eine De-Eskalation der Staatsschulden- und Eurokrise.“

Mehr Zusammenarbeit bei Industrie 4.0

Ebenfalls thematisiert wurde die vierte industrielle Revolution, kurz Industrie 4.0. Die Bundesregierung hat Industrie 4.0 als Zukunftsprojekt identifiziert und eine Förderung von 200Mio.Euro in Aussicht gestellt. Im Oktober wurde eine Vorabversion der Umsetzungsempfehlungen der Forschungsunion Wirtschaft - Wissenschaft für das Projekt an BMBF und BMWi übergeben. Der endgültige Bericht soll bis April nächsten Jahres vorliegen. An dem Bericht arbeitet auch Reiner Glatz, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbands Elektrische Automation, mit. Auf der Pressekonferenz erklärte Glatz, dass seitens der Industrieunternehmen eine Führungsrolle der relevanten Industrieverbände eingefordert wurde, um so die Fortführung der Aktivität zu gewährleisten. Daher soll eine Plattform Industrie 4.0 etabliert werden, die gemeinsam von VDMA, BITKOM und ZVEI getragen und operativ im Rahmen einer gemeinsamen Geschäftsstelle betrieben wird.