SPS 2019 VDMA sieht leichten Dämpfer für Elektrische Automation

Die SPS feiert 2019 ihr 30-jähriges Jubiläum.
Die SPS feiert 2019 ihr 30-jähriges Jubiläum.

Auf der SPS 2019 in Nürnberg gab der VDMA seine Prognosen für die Geschäftsjahre 2019 und 2020 bekannt: Das Umsatzminus von einem Prozent für 2019 wird sich 2020 noch auf vier Prozent ausweiten. Hauptgrund sei eine allgemeine Abkühlung der Weltkonjunktur.

Der Fachverband Elektrische Automation im VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) zeichnete auf der Automatisierungsmesse SPS – Smart Production Solutions 2019 in Nürnberg das Bild einer rückläufigen Konjunktur: Auch die Automatisierungstechnik bleibt nicht verschont von der allgemeinen konjunkturellen Abkühlung. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres ist der Auftragseingang in der Elektrischen Automation um 2 Prozent zum Vorjahr gesunken. Das Umsatzwachstum stagnierte gegenüber dem Vorjahreszeitraum. »Der Aufwärtstrend in der Elektrischen Automation setzt sich in diesem Jahr nicht fort«, stellte Jörg Freitag, Vorstandsvorsitzender VDMA Elektrische Automation, auf einer Pressekonferenz anlässlich der SPS 2019 in Nürnberg fest. »Wir rechnen für das Gesamtjahr 2019 mit einem Umsatzminus von 1 Prozent«, sagte er und ergänzte: »Derzeit federn noch bestehende Auftragsbestände weitere Umsatzrückgänge ab.«

Fast alle Teilbereiche der Elektrischen Automation zeigten in den ersten neun Monaten nach unten. Der Bereich Sensorik wies ein Minus im Auftragseingang von 1 Prozent und ein Umsatzminus von 1 Prozent auf, die Steuerungstechnik verbuchte minus 4 Prozent im Auftragseingang und minus 2 Prozent im Umsatz. Der Bereich Sonstige Erzeugnisse blieb im Auftragseingang um 2 Prozent unter dem Vorjahreswert, der Umsatz stieg jedoch in diesem Teilbereich um 3 Prozent. Das Auslandsgeschäft der Elektrischen Automation konnte zum Teil die rückläufige Nachfrage- und Umsatzentwicklung im Inland kompensieren: Die Aufträge aus dem Ausland nahmen um 2 Prozent zu, der Umsatz im Auslandsgeschäft um 3 Prozent.

Abkühlung der Branche im Jahr 2020

Die Branche erwartet für das kommende Jahr einen leichten Dämpfer. »Für 2020 rechnen wir mit einem Umsatzrückgang von minus 4 Prozent«, prognostizierte Jörg Freitag. Gründe für diese Entwicklung sind insbesondere die sich weiter abschwächende Weltkonjunktur sowie die bestehenden Handelskonflikte zwischen den USA und China. Auch die derzeitigen Auftragsbestände werden 2020 rückläufig sein und den Umsatzrückgang nicht mehr kompensieren können.

Neuer Leitfaden »Wertschöpfung aus Maschinendaten 4.0«

Gerade wenn die Konjunktur nicht mehr so läuft, ist es Zeit sich über neue Geschäftsmodelle Gedanken zu machen. Ein vielversprechender Ansatz ist die »Wertschöpfung aus Maschinendaten 4.0«. Der VDMA Elektrische Automation veröffentlicht einen neuen Leitfaden dazu, den mehrere Vertreter von Mitgliedsunternehmen im VDMA erarbeitet haben. Der erste Teil des Leitfadens soll eine praxisnahe Hilfestellung rund um die Wertschöpfung aus Maschinendaten vermitteln. »Ziel des Leitfadens ist es, dass die Potenziale und Vorteile erkannt werden, die durch die Nutzung der Maschinendaten entstehen«, erklärt Jörg Freitag. »Maschinenbauer, Automatisierungshersteller und Betreiber sollen gemeinsam partizipieren«, erklärt Freitag. »Jeder, der seine Daten teilt, bekommt etwas zurück – so entsteht eine Win-win Situation für den Mittelstand