VDMA zu Auftragseingang im Maschinenbau »Tiefpunkt ist wohl überwunden«

Für den Maschinenbau sieht der VDMA Anzeichen, dass die wirtschaftliche Talsohle durchschritten ist.
Für den Maschinenbau sieht der VDMA Anzeichen, dass die wirtschaftliche Talsohle durchschritten ist.

Im Juli gingen erneut deutlich weniger Aufträge bei den deutschen Maschinenbauern ein. Ein Vergleich mit den Vormonaten gibt aber auch Anlass zur Hoffnung.

Im Juli blieb der Auftragseingang bei den deutschen Maschinenbauern 19 % hinter dem Vorjahreswert zurück. Auf den ersten Blick eine Ernüchterung. Beim Vergleich mit den Vormonaten sieht der VDMA aber auch Grund zur Hoffnung: Verglichen mit den drei Vormonaten, bei denen das Minus 31 %, 28 % und 31 % betrug, hat sich der Rückgang spürbar abgeschwächt. Hinzu kommt, dass der Juli 2019 als Vergleichsmonat eine hohe Messlatte ist. Im Jahr 2019 gingen in diesem Monat die meisten Aufträge bei den Anlagen- und Maschinenbauern ein. So lautet auch die Einschätzung von VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers: »Es gibt Grund zur Hoffnung, dass wir bei den Aufträgen den Tiefpunkt überwunden haben, auch wenn wir im Vorjahresvergleich noch einige Zeit Minusraten sehen werden«.

Einordnung im Drei-Monats-Zeitraum

Zur Abschätzung des längerfristigen Trends betrachtet der VDMA die Zahlen über einen Drei-Monats-Zeitraum. Von Mai bis Juli 2020 sank der Auftragseingang um real 26 % zum Vorjahr. Der Rückgang zeigt sich am stärksten dort, wo die Abnehmer räumlich weit entfernt sind: Aus dem Inland kamen 17 % weniger Bestellungen, die Auslandsaufträge blieben um 30 % unter ihrem Vorjahresniveau. Die Auftragseingänge aus den Euro-Ländern schrumpften um 21 %, aus den Nicht-Euro-Ländern wurden 34 % weniger Bestellungen verbucht.

Endlich ein Handelsabkommen mit China?

Schon seit 2013 verhandelt die Europäische Union mit China über ein bilaterales Investitionsabkommen, das den Marktzugang und staatliche Subventionen regeln soll. Dieses Abkommen könnte ein Werkzeug sein, um die Maschinenexporte nach China wieder anzukurbeln. Jüngst hat sich der Branchenverband dafür stark gemacht, dass es noch in diesem Jahr abgeschlossen wird.

Im ersten Halbjahr 2020 sind die deutschen Maschinenexporte nach China um 8,3 % eingebrochen. Das Land ist nach den USA der zweitwichtigste Exportmarkt für die deutschen Maschinenbauer. Größtes Problem in den Handelsbeziehungen ist laut VDMA die aktuelle Einreisepolitik Chinas. Geschäftsleute bekämen so gut wie keine Einreiseerlaubnis mit der Folge, dass chinesischen Kunden »händeringend auf Monteure sowie Servicetechniker« warten und Geschäftsverhandlungen mitunter nicht zu Ende gebracht werden könnten, schreibt der VDMA in einer Mitteilung. Nach einer kurzfristigen Einigung sieht es aktuell nicht aus. Bisher fanden 30 Verhandlungsrunden statt, ohne nennenswerte Annährung. Es ist unwahrscheinlich, dass die 31. Runde den plötzlichen Durchbruch bringt.

Der VDMA setzt seine Hoffnungen ohnehin eher auf das Inland. Hier gingen die Aufträge im Juli 2020 mit 15 % noch am moderatesten zurück. Trotzdem wäre ein Abkommen zwischen EU und China ein willkommenes Zeichen, dass der internationale Handel auch in Corona-Zeiten weitergehen und sogar ausgebaut werden kann.