Aufarbeitung der Korruptionsaffäre Siemens reicht Schadensersatzklage gegen Ex-Vorstände ein

Siemens hat am 25. Januar Schadensersatzklage gegen die Ex-Vorstände Thomas Ganswindt und Heinz-Joachim Neubürger am Landgericht München I eingereicht.

Die Schadensersatzklage begründet Siemens mit der Verletzung von Organisations- und Aufsichtpflichten vor dem Hintergrund des Vorwurfs illegaler Geschäftspraktiken im ausländischen Geschäftsverkehr in den Jahren 2003 bis 2006 und den daraus resultierenden finanziellen Belastungen des Unternehmens.

Bereits am 2. Dezember 2009 hatten sich im Zusammenhang mit diesen Vorwürfen Johannes Feldmayer, Klaus Kleinfeld, Edward G. Krubasik, Rudi Lamprecht, Jürgen Radomski, Uriel Sharef, Klaus Wucherer, Heinrich von Pierer und Karl Hermann Baumann mit Siemens auf einen Vergleich geeinigt.

Im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung am 26. Januar 2010 stimmten die Anteilseigner den Vergleichen zu. Außerdem bewilligten die Anteilseigner die Einigung mit den Versicherern der Unternehmensleiter-Haftpflichtpolice (D&O); sie werden im Zusammenhang mit den Schäden bis zu 100 Mio. Euro an Siemens leisten.

Ganswindt und Neubürger hatten sich im Gegensatz zu den neun anderen ehemaligen Vorstands- und Aufsichtratsmitglieder gegen einen Vergleich ausgesprochen.