Ethercat Technology Group Safety-Architektur für heterogene Anlagen

Die Ethercat Technology Group (ETG) hat für den sicherheitsrelevanten Datenaustausch zwischen den Anlagenteilen einer heterogenen Safety-Architektur ein offenes Safety-Profil standardisiert. Berücksichtigt wird dabei, dass möglicherweise unterschiedliche Bussysteme und damit deren native Safety-Protokolle eingesetzt werden.

Einen Versuch, die nativen Safety-Protokolle der etablierten Bussysteme durch ein allgemeines busunabhängiges Safety-Protokoll zu ersetzen, hält der Arbeitskreis Safety der ETG für nicht zielführend. Dr. Guido Beckmann, Arbeitskreisleiter Safety in der ETG: »Wir glauben nicht, dass der Versuch zielführend ist, die nativen Safety-Protokolle der etablierten Bussysteme durch ein allgemeines busunabhängiges Safety-Protokoll zu ersetzen. Dessen Zertifizierung wäre komplex, weil man Konformitätsnachweise mehrerer nicht kooperierender Organisationen benötigen würde; zudem würde es die Kosten für jedes Safety-Gerät erhöhen, weil dann zwei sichere Protokolle unterstützt werden müssten. Deshalb haben wir Safety-over-EtherCAT auch nicht als generisches Protokoll positioniert – obwohl das Protokoll durch seine besonders schlanke Ausprägung hierfür technisch gut geeignet wäre.«

Der Ansatz ist ein Anderer: Innerhalb der ETG wird in einem sicheren Applikationsprofil der Inhalt der Schnittstelle zwischen den Maschinenteilen einer Anlage spezifiziert. So können über vordefinierte Funktionsbausteine innerhalb der Safety-Steuerungen vor- und nachgelagerte Maschinenmodule standardisiert in die eigene Logik einbezogen werden. »Im Gegensatz zum Einsatz eines generischen Safety-Protokolls, das in alle Geräte zusätzlich integriert werden muss, braucht die Gateway-Funktion nur einmal in einem Maschinenmodul realisiert werden. Dabei muss das Safety-Gateway nicht. einmal als Stand-Alone-Gerät ausgeführt werden, sondern kann z. B. als Teilfunktion der Sicherheitssteuerung implementiert sein.“ ergänzt Dr. Beckmann. „Somit muss nur ein einziges Gerät in der Maschine die Fremdsprache sprechen, und nicht alle müssen zur Zweisprachigkeit verdammt werden. Das spart Kosten und erhöht die Flexibilität«, so Beckmann.

Für den sicherheitsrelevanten Datenaustausch zwischen den Anlagenteilen wird eine Gateway-Funktion eingesetzt, die nicht zwingend als Stand-Alone-Gerät ausgeführt werden muss, sondern z.B.a ls Teilfunktion der Sicherheitssteuerung implementiert werden kann. Die ETG wird das Safety-Profil allen interessierten Organisationen zur Verfügung stellen.