Szenarien für KI Roboter unterstützen Einsatzkräfte

Besucher am KIT lernen den Gammabot kennen: Damit werden hochgenaue 3D-Raumgeometrien, thermische Aufnahmen sowie Gammaspektrometrien erfasst.
Besucher am KIT lernen den Gammabot kennen: Damit werden hochgenaue 3D-Raumgeometrien, thermische Aufnahmen sowie Gammaspektrometrien erfasst.

Rettungseinsätze, Löscharbeiten oder Inspektionen in der Tiefsee: Menschen begeben sich oft in lebensbedrohliche Situationen. Mobile Roboter könnten in Zukunft helfen. Doch bis es soweit ist, sind noch einige Herausforderungen zu bewältigen.

Wie kann künstliche Intelligenz (KI), integriert in Robotern, künftig in unbekannten Situationen helfen? Der Frage geht ein Forscherteam des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) nach. Anhand von zwei Anwendungsszenarien stellen sie in dem Bericht »Lernende Systeme in lebensfeindlichen Umgebungen« den konkreten Nutzen von KI in schwierigen Situationen dar.

Teilweise machen Roboter den Einsatz in schwer zugänglichem Gelände überhaupt erst möglich. Doch es gibt noch Herausforderungen bei der Entwicklung: das autonome Lernen in unbekannten Umgebungen oder die Zusammenarbeit der Roboter mit Menschen.

Holger Hanselka, Präsident des KIT erklärt: »Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz ist mit enormen Chancen für unsere Gesellschaft verbunden. Gerade im Katastrophenschutz, beim Rückbau von Atomkraftwerken oder in maritimen Bereichen sind die Möglichkeiten groß, Fachkräfte mit Hilfe von künstlicher Intelligenz wirksam zu unterstützen. Auch die IT-Sicherheit spielt eine wichtige Rolle beim Einsatz von intelligenten Systemen«.

Hilfe bei der Brandbekämpfung

Die zwei Anwendungsszenarien, mit denen sich die Forscher beschäftigen, zeigen wie KI in fünf Jahren im Katastrophenschutz sowie bei Erkundungs- und Wartungsmissionen helfen kann. Im Szenario  »Schnelle Hilfe beim Rettungseinsatz« wird der Brand einer Chemiefabrik dargestellt und erklärt wie Roboter die Einsatzkräfte unterstützen sollen. Mit Hilfe von Multi-Sensorik sind die Systeme in der Lage, schnell ein detailliertes Lagebild zu erstellen, eine Kommunikations- und Logistikinfrastruktur für Rettungsarbeiten aufzustellen, Verletzte zu suchen sowie Gefahrenquellen zu identifizieren und einzudämmen.

Im Anwendungsszenario »Unter Wasser autonom unterwegs« warten robotische Unterwassersysteme die Fundamente einer Offshore-Windkraftanlage. Sie navigieren selbständig in der Tiefsee, übernehmen die vorgesehenen Planungsschritte und fordern bei Bedarf Unterstützung durch Taucher oder ferngesteuerte Systeme an.

Bis die Szenarien Realität werden, wird es noch etwas dauern. Bis dahin sollen KI-Systeme von Einsatzkräften ferngesteuert betrieben werden und die gesammelten Daten in die Entwicklung einfließen. Nach und nach erreichen die Systeme somit eine höhere Autonomie und können sich durch maschinelles Lernen selbst verbessern.