Erste Universität in Europa nutzt Watson Mit Twitter-Daten Grippewelle vorhersagen

Das Team der Universität Osnabrück setzt den neuen und intelligenten Kommilitonen »Watson« ein, um zum Beispiel mit Twitter-Daten Grippewellen vorherzusagen.
Das Team der Universität Osnabrück setzt den neuen und intelligenten Kommilitonen »Watson« ein, um zum Beispiel mit Twitter-Daten Grippewellen vorherzusagen.

Die Universität Osnabrück entwickelt neue und intelligente Systeme. Sie sollen dabei helfen, die Flut der täglich anfallenden Informationen effektiv zu nutzen. Um gegen die gewaltigen Datenmengen anzukommen, dürfen die Forscher nun auf das intelligente Computersystem Watson von IBM zugreifen.

Das Institut für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück ist mit IBM eine Kooperation eingegangen. Damit erhalten die Wissenschaftler Zugriff auf das intelligente Computersystem »Watson«. Das Team von Dr. Gordon Pipa und Dr. Kai-Uwe Kühnberger setzt den intelligenten Kommilitonen unter anderem dafür ein, um mit Twitter-Daten Grippewellen vorherzusagen. Zur Analyse nutzen die Wissenschaftler die etwa 500 Millionen Tweets, die täglich weltweit abgesetzt werden. »Watson ist ein kognitives System, und deshalb stellt es eine neue Generation von Suchmaschinen dar«, so Pipa. Doch Watson verstehe den Inhalt der Nachrichten und gehe damit weit über das Suchen von Schlüsselwörtern hinaus.

Erste Forschungsergebnisse haben die Osnabrücker Masterstudierenden Pascal Nieters und Hendrik Berkemeyer in Boston mit Entwicklern von Watson diskutiert und weiterentwickelt. Neben der Forschung wird die Arbeitsgruppe »Watson« einsetzen, um die Studierenden mit Cognitive Computing praktisch vertraut zu machen. Dazu lernen die Studierenden in Projektteams Techniken an der Schnittstelle zwischen Informatik und Linguistik zu nutzen, um Anwendungen selbst zu entwickeln. »Im Kern geht es dabei um die statistische Modellierung der Bedeutung sprachlicher Ausrücke zur automatischen Analyse von Abhängigkeiten zwischen unseren Fragen und dem Überfluss von Wissen, das im Internet vorhanden ist«, erläutert Pipa. »So werden Maschinen intelligent und können riesige Mengen Text automatisch lesen und verstehen, um uns dann auf die entsprechenden Quellen im Internet hinzuweisen, die Antworten auf unseren Fragen beinhalten.«

Bezogen auf Twitter-Daten zu Grippewellen bedeutet das: Es macht einen Unterschied ob jemand twittert, dass er sich gegen Grippe impfen lässt, oder ob er schreibt, dass er bereits an Symptomen leidet. Um diesen Unterschied zu erkennen, muss Watson den Satz verstehen. »Mit dem Cognitive Computing wird ein neues und zukunftsträchtiges Forschungsfeld erschlossen«, so Dr. Wolfgang Lücke, Präsident der Universität Osnabrück. Die Universität Osnabrück gehört neben den amerikanischen Eliteuniversitäten Stanford und Berkeley zu den ersten Hochschulen in Europa, die das Computersystem »Watson« nicht nur nutzen, sondern auch weiterentwickeln.