Medizinelektronik Mit Robotik laufen lernen

Prof. Dr. Thomas A. Schildhauer, Ralf Wenzel und Prof. Yoshiyuki Sankai unterzeichneten einen Letter of Intent (v.l.n.r.).
Prof. Dr. Thomas A. Schildhauer, Ralf Wenzel und Prof. Yoshiyuki Sankai unterzeichneten einen Letter of Intent (v.l.n.r.).

Bergmannsheil und Cyberdyne vertiefen ihre Zusammenarbeit und wollen gemeinsam weitere neue robotergestützte Therapien entwickeln.

Im Zentrum für Neurorobotales Bewegungstraining von Cyberdyne werden Zukunftsvision Realität: Mithilfe des Roboteranzugs HAL wird dort querschnittgelähmten Menschen das Gehen ermöglicht. Wissenschaftlicher Kooperationspartner ist dabei das BG Universitätsklinikum Bergmannsheil. Die Partner gaben nun bekannt, dass sie ihre Zusammenarbeit vertiefen und neue robotergestützte Therapien entwickeln wollen. Im Rahmen eines Symposiums am 6. Juli 2018 im Zentrum für Neurorobotales Bewegungstraining unterzeichneten beide nun einen »Letter of Intent«.

Robotik als Therapiechance

Der Erfinder von HAL, Prof. Yoshiyuki Sankai, Professor der Graduate School of Systems & Information Engineering, University Tsukuba und CEO von Cyberdyne Inc. Japan, erläuterte den Besuchern des Symposiums das Prinzip des HAL-Systems: Mithilfe des Roboteranzugs können sich gelähmte Menschen aufrichten und ihr autonomes Gehvermögen gezielt trainieren.

HAL unterstützt die Bewegungsabläufe des Patienten und leistet die nötige Kraftunterstützung, die er für das Lauftraining benötigt. Der Anzug wird neurologisch gesteuert: Über Hautsensoren an den Gliedmaßen nimmt er minimale Nervenimpulse auf, interpretiert sie über eine Steuereinheit und sendet entsprechende Bewegungsbefehle an die Motoren an den Gelenken des Patienten.

Künftig wollen die beiden Kooperationspartner auch neue robotergestützte Therapien zur Anwendung bringen, die anderen Patientengruppen, zum Beispiel Kindern, zugutekommen sollen.