Siemens Milliarden einsparen trotz Milliarden-Gewinne

Siemens stellt das Quartalsergebnis vor.
Siemens stellt das Quartalsergebnis vor.

Siemens hat im Geschäftsjahr eines seiner besten Ergebnisse erzielt. Trotzdem will der Konzern in den nächsten zwei Jahren 6 Mrd. Euro einsparen. Der Industrie-Sektor jedoch soll gestärkt werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 hat Siemens ein Umsatzplus von sieben Prozent auf knapp 78,3 Mrd. Euro; der Gewinn nach Steuern aus dem fortgeführten Geschäft sank aber um 30 Prozent auf 5,184 Milliarden Euro.  Obwohl es in allen Sektoren positive Umsatzentwicklungen gab, ging das Ergebnis vor Steuern in der Summe Sektoren von 9,4 Mrd. Euro im Jahr 2011 auf 7,5 Mrd. Euro zurück. Der Gewinn nach Steuern sank um 27 Prozent auf 4,6 Mrd. Euro. Peter Löscher, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, zu dem Ergebnis: »Mit einem starken vierten Quartal haben wir unsere Erwartungen für das Geschäftsjahr 2012 erfüllt und eines der besten Ergebnisse unserer Geschichte erzielt.«

Im Nachsatz kündigte Löscher jedoch Sparmaßnahmen an: »Nachdem wir in den letzten Jahren unsere Performance gegenüber Wettbewerbern stark verbessert hatten, ist uns das im vergangenen Jahr nicht überall gelungen. Um unsere selbst gesteckten Ziele wieder zu erreichen, haben wir das Unternehmensprogramm ‚Siemens 2014' gestartet, mit dem wir die Ergebnismarge für die Summe Sektoren auf mindestens zwölf Prozent erhöhen wollen. Wir wissen, was zu tun ist, und sorgen für eine konsequente Umsetzung der Maßnahmen«, so Löscher.  Darunter fällt auch die Abspaltung des Solargeschäfts.

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Siemens Geschäftszahlen 2012

Die wichtigsten Zahlen im Überblick

Das Programm ‚Siemens 2014‘

Siemens wird im Geschäftsjahr 2013 beginnen, das Programm ‚Siemens 2014‘ schrittweise umzusetzen und so in den kommenden zwei Jahren mindestens sechs Milliarden Euro einsparen. Ziel des Programmes ist, die Ergebnismarge der Summe Sektoren bis zum Geschäftsjahr 2014 auf mindestens zwölf Prozent zu steigern. Im ersten Jahr wird ein moderates Wachstum des Auftragseingangs erwartet. Der Umsatz soll sich dem Niveau des Geschäftsjahrs 2012 annähern.

Ein Hebel des Programms sind die Einsparungen in Höhe von sechs Milliarden Euro: Drei Milliarden Euro sollen durch eine bessere Integration der Schlüsselprozesse Design, Entwicklung und Fertigung eingespart werden, eine halbe Milliarde Euro durch verbesserte globale Auslastung und Präsenz, sowie eine weitere Milliarde Euro soll durch eine Steigerung der Effizienz und Qualität der Prozesse eingespart werden.

Ein weiterer Kernpunkt des Programms ist, den Sektor Industry zu stärken, auch durch Akquisitionen. In diesen Punkt fällt auch die aktuelle Übernahme von LMS International. Ein weiterer Schritt zu den Einsparungen ist die Neuordnung des Wassergeschäfts. Hier wird sich Siemens künftig auf Lösungen entlang seiner Kompetenzen in der Automatisierungs- und Antriebstechnik konzentrieren.  In diesem Punkt fällt auch die Abspaltung des Solargeschäfts.

Außerdem soll der Vertrieb flexibler an die regionale Gegebenheiten und Potenziale angepasst werden, um den regionalen Marktzugang zu optimieren. Zudem wird die weltweite Infrastruktur optimiert und Doppelfunktionen sowie Parallelprozesse abgeschafft. Zu guter Letzt soll die Komplexität der internen Prozesse und Regelungen verringert werden, um den Geschäftseinheiten mehr Freiheit für unternehmerisches Handeln und für die Arbeit mit den Kunden zu gewähren.