Midea-Kuka Verhandlungen Midea hat offizielles Angebot an Aktionäre nun vorgelegt

Es wird konkret: Mideas Übernahmeangebot an die Kuka Aktionäre liegt offiziell vor. Innerhalb von etwa einem Monat wird sich zeigen, in welchem Umfang die Anteilseigner bereit sind, ihre Anteile an den chinesischen Hersteller von Weißer Ware zu überschreiben.

Dass der chinesische Haushaltsgeräte-Hersteller Midea seine Beteiligung an Kuka auf über 30 Prozent erhöhen möchte, ist schon länger bekannt. Die Unterbreitung eines konkreten Übernahmeangebots an die Kuka-Aktionäre wurde am 15. Juni gestattet - jetzt läuft die Annahmefrist.

Am 15. Juli um 24:00 Uhr ist Stichtag. So lange läuft die Frist für Mideas Übernahmeangebot, das für alle ausstehenden Kuka-Aktien gilt. Am 15. Juni gestattete die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Unterbreitung des Angebots.

Wie hoch Mideas Anteil am Augsburger Industrieroboterhersteller sein wird, hängt davon ab, wie viele Aktionäre ihre Anteile an Midea innerhalb der ausgegebenen Frist überschreiben. Aktuell hält das 1968 in Guangdong gegründete Unternehmen, das heute über 100.000 Mitarbeiter beschäftigt und im Geschäftsjahr 2015 etwa 18,7 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftete, 13,5 Prozent an der Kuka AG.

Mideas Geschäftsführer Paul Fang bezeichnete die geplante Erhöhung der Beteiligung an Kuka als Ausbau der bestehenden Partnerschaft. Gemeinsam wolle man das Wachstum von Kuka fördern und das große Wachstumspotenzial des chinesischen Marktes erschließen. Dr. Till Reuter, Geschäftsführer der Kuka AG, betonte zusammen mit dem Geschäftsführer der Kuka Roboter GmbH, Stefan Lampa, bereits auf der Hannover Messe 2016 die Rolle des chinesischen Marktes für die Robotik-Industrie. Große Teile der Elektronikfertigung geschehen in China noch in Handarbeit und könnten von Fertigungsrobotern, wie Kukas neuem Modell KR3 aus der Kleinroboterfamilie AGILUS, übernommen werden. Die Kuka Geschäftsführer gehen davon aus, dass Fabrikbesitzer in China in den nächsten Jahren stark in die Automatisierung der Elektronikfertigung und insbesondere in Kleinroboter zur Fertigung von Elektronik für den 3C-Markt (computer, communication and consumer electronics) investieren werden.