Vision 2018 Megatrend Embedded Vision

Vom 6. bis 8. November findet in Stuttgart die Weltleitmesse für Bildverarbeitung statt.
Vom 6. bis 8. November findet in Stuttgart die Weltleitmesse für Bildverarbeitung statt.

Unter dem Motto „Be Visionary“ begrüßt die Vision 2018 vom 6. bis 8. November in Stuttgart ihre Besucher. Die Branche boomt, weil die Bildverarbeitung zunehmend wichtiger Bestandteil von Automatisierungslösungen wird. Davon profitiert auch die Messe.

Die industrielle Bildverarbeitung wächst – im Jahr 2017 erzielte die deutsche Bildverarbeitungsindustrie ein Plus von 17 % im Vergleich zum Vorjahr und innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich der Branchenumsatz verdoppelt. Von dieser Entwicklung profitiert auch die Bildverarbeitungsmesse Vision. Das Branchen-Event in Stuttgart expandiert seit Jahren: Bereits 2016 stieg die vermietete Ausstellungsfläche auf über 11.000 m², bei der Vision 2018 werden es 12.000 m² sein.

Erstmals wird in diesem Jahr die Galerie im L-Bank-Forum (Halle 1) mit Messeständen belegt. Auch die Anzahl der Aussteller übertrifft mit über 460 den bisherigen Rekord von 440 ausstellenden Unternehmen aus dem Jahr 2016.
Die Messe Stuttgart zeigt sich stolz über die internationale Struktur der Messe. Vor zwei Jahren kamen bereits 57 % der Aussteller aus dem Ausland, dieses Jahr liegt der ausländische Anteil bei über 60 %.

Den Trend zur Interna­tionalisierung der Bildverarbeitung bestätigt auch der VDMA. So vermeldet der Branchenverband für den deutschen Markt im Jahr 2017 einen Umsatzanstieg von 8 %, während die Exporte um 23 % wuchsen.

Deep Learning setzt Impulse

Embedded Vision in Verbindung mit Deep Learning setzt Wachstumsimpulse. Denn Bildverarbeitungsprodukte finden dadurch Einsatzmöglichkeiten in Anwendungen wie Verkehrsleitsystemen, autonomem Fahren, Mülltrennung und Recycling sowie Gesundheitsvorsorge.

»Embedded-Vision-Systeme haben sich in rasantem Tempo weiterentwickelt und eröffnen bis dato nicht erschlossene Anwendungsbereiche. Damit treffen sie exakt das Motto ‚Be Visio­nary‘ der diesjährigen Vision«, erklärt Florian Niethammer, Projektleiter Vision bei der Messe Stuttgart.

Viele Applikationen mit größeren Stückzahlen werden mittlerweile auf Embedded-Sys­temen umgesetzt, da diese im Vergleich zu Standard-PCs eine geringere Leistungsaufnahme aufweisen und unabhängig von Peripheriegeräten arbeiten. So wird beispielsweise die neueste Version der Bildbearbeitungs-Software Halcon, die MVTec auf der Vision 2018 präsentiert, standardmäßig auch für 64-bit-Arm-Plattformen ausgeliefert.

Nicht nur in den Märkten Fabrikautomation und intelligente Verkehrssysteme findet ein Wandel hin zu Embedded Vision statt, sondern auch die Bereiche Service Robotics und Smart Building stellen riesige Wachstumsmärkte für smarte Embedded-Systeme dar. Neben MVTec haben zahlreiche andere Vision-Aussteller Embedded-Vision-Produkte im Portfolio, darunter Basler, Active Silicon, Vision Components, Isra Vision, Allied Vision und Stemmer Imaging.

Objektive im Fokus

Auch Objektive zählen zu den Kernhemen der Messe. »Dieser Bereich der Bildverarbeitung wird zu Unrecht etwas stiefmütterlich behandelt«, meint Niethammer. »Wir freuen uns auf die Messe­auftritte der international führenden Objektivhersteller, die uns demonstrieren, wie sie den steigenden Anforderungen an optische und mechanische Eigenschaften begegnen wollen.«

Größere Sensoren, kleinere Pixelgrößen und höhere Auflösungen machen leistungsfähigere Objektive erforderlich. Außerdem wird es immer wichtiger, dass Objektive resistent gegenüber Stößen und Vibrationen sind. Denn sie werden in immer mehr mobilen Anwendungen verwendet, beispielsweise in robotergesteuerten 3D-Kameras oder Scannern zur Vermessung von Karosserieteilen in der Automobilindustrie.

Einfluss auf die Objektiventwicklung nimmt auch, dass die Geschwindigkeiten in der automatisierten Qualitätskontrolle­ ständig zunehmen und die Losgrößen der zu prüfenden Produkte zu häufig wechselnden Arbeitsabständen führt. Einen Lösungsansatz stellt die Integration von Flüssiglinsen in Objektive dar. Auf diese Weise lassen sich Applikationen realisieren, die bislang nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand zu lösen waren. Zu den auf der Vision vertretenen Objektivherstellern zählen unter anderem Fujifilm Optical Devices, Edmund Optics, Optotune und Sill Optics.

Beleuchtung in der Bildverarbeitung

Ein weiteres Kernthema der Vision 2018 stellen die aktuellen Möglichkeiten der Beleuchtungstechnologie in der Bildverarbeitung dar. Firmen wie Advanced Illu­mination, Büchner, CCS, Effilux, Falcon Illumination, Gardasoft, Laser Components, Smart Vision Lights, Stemmer Imaging und Z-Laser informieren auf der Messe über ihre neuesten Entwicklungen.

Insbesondere Hyperspectral Imaging löst derzeit im Bereich Beleuchtung einen Innovationsschub aus. Mit Hyperspectral Imaging ist es möglich, die chemische Zusammensetzung von Objekten zu erkennen und damit äußerlich sehr ähnlich erscheinende Kunststoffe zu unterscheiden. Entscheidend für solche Systeme sind geeignete Beleuchtungen. Beispielsweise steigt in der Lebensmittelkontrolle der Bedarf an speziellen Multi- oder Hyperspektralbeleuchtungen auf LED-Basis. 

Daneben erwarten OEMs zunehmend kundenspezifische Anpassungen bei der Beleuchtungstechnik. Indivi­duelle optische und mechanische Designs sind also erforderlich. Zu den Wünschen der Kunden gehören unter anderem Anpassungsmöglichkeiten der Beleuchtungsgeometrie, verschiedene Optionen bei den Wellenlängen sowie schnellere Lieferzeiten.

Wenn mit sichtbarem Licht keine zufriedenstellende Bildverarbeitungslösung erzielbar ist, sind Alternativen zu Beleuchtungen auf LED-Basis gefragt. Erweiterte Lichtspektren im Ultraviolett- und Infrarotbereich in Kombination mit entsprechend empfindlichen Kameras können Abhilfe schaffen. Doch auch Laser kommen in der industriellen Bildverarbeitung immer häufiger zum Einsatz. Bei Linienlasern sind weniger Streulicht und weniger Störstellen die Schlüsselqualitäten. Eine homogene Leistungsverteilung wird mittlerweile als fast schon selbstverständlich angesehen.

Die alle zwei Jahre stattfindende Vision hat neben der Ausstellung auch ein umfangreiches Rahmenprogramm zu bieten. Fester Bestandteil der Messe sind die »Industrial Vision Days«, das nach Angaben der Messe Stuttgart weltweit größte Vortragsforum für Bildverarbeitung. Highlights der Vision sind außerdem die »Integration Area«, eine Sonderschau zum Thema »Inter­national Machine Vision Standards« unter Federführung der EMVA, sowie der IPC4-Vision-Stand, das sich dem Thema Industrie-PCs widmet.