Interview Siemens Marktposition trotz Krise ausgebaut

von links: Bernd Heuchemer und Klaus Helmrich

Über die wirtschaftliche Lage und technische Neuerungen speziell im Siemens-Unternehmensbereich »Motion Control« sprachen wir mit Klaus Helmrich, CEO Drive Technologies, und Bernd Heuchemer, Vice President Marketing.

Herr Helmrich, die Maschinenbau-Branche ist im Jahr 2009 um 50 Prozent eingebrochen, davon betroffen ist natürlich auch der Bereich »Motion Control«. Wie entwickelt sich die Branche nach diesem Crash?

Klaus Helmrich: Hier können und wollen wir uns mit Prognosen nicht aus dem Fenster lehnen. Eines ist klar: Die Auslastung der Industriekapazität in Deutschland ist auf 71 Prozent des Vorjahreswertes gesunken und so sind hohe Überkapazitäten im Markt vorhanden, die sich auch so schnell nicht auflösen werden.

Wie geht Siemens im Unternehmensbereich »Motion Control« mit der momentanen wirtschaftlichen Lage um und welche Strategie wird im Hinblick darauf verfolgt?

Helmrich: Wir geben keine Detailinformationen über unser Geschäft auf dieser Ebene bekannt - und somit auch nicht für »Motion Control«. Für die gesamte Division Drive Technologies ist jedoch festzuhalten: Wir konnten unsere Marktposition trotz der widrigen Umstände in 2009 weiter ausbauen. Obwohl im Jahr 2009 der relevante Markt für Drive Technologies um zwölf Prozent schrumpfte, fiel der Rückgang beim Umsatz der Division mit elf Prozent leicht niedriger aus. Ein Prozentpunkt Unterschied mag wenig erscheinen, in Geld ausgedrückt handelt es sich aber um rund 84 Millionen Euro Umsatz, den wir gegen den Markttrend und somit gegen den Wettbewerb zusätzlich realisieren konnten.

Wird sich auch der Unternehmensbereich »Motion Control« stärker internationalisieren oder setzt Siemens weiterhin auf einen starken Maschinenbau in Deutschland und Italien?

Helmrich: Der Geschäftsbereich »Motion Control« hat ebenso wie die Siemens-Division Drive Technologies ein weltweites Geschäft. So ist die Siemens AG z.B. in China seit mehr als 100 Jahren tätig.