Recycling von Elektronikschrott Laser liefert Beitrag zum Umweltschutz

Im Recyclingprozess des »ADIR«-Projekts übernimmt der Laser das berührungslose Freilegen und Entlöten von Elektronik.
Im Recyclingprozess des »ADIR«-Projekts übernimmt der Laser das berührungslose Freilegen und Entlöten von Elektronik.

Jedes Jahr ein neues Smartphone: Der Berg an Elektronikschrott wird immer größer. Doch was tun mit dem ganzen Müll? Das Fraunhofer Institut für Lasertechnik ILT sucht nach Antworten.

Seit 2015 erforschen neun Projektpartner aus vier Ländern in dem EU-Projekt »ADIR – Next generation urban mining – Automated disassembly, separation and recovery of valuable materials from electronic equipment«, wie sich Elektronik zerlegen und darin enthaltene Stoffe zurückgewinnen lassen. Koordinator des EU-Projekts ist das Aachener Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT.

»Inverse Production« mit Laserverfahren

In dem Projekt werden Verfahren entwickelt, mit denen sich zum Beispiel alte Mobiltelefone und Leiterplatten in ihre einzelnen Bestandteile zerlegen lassen. Daraus sollen dann wiederum wertvolle Rohstoffe für die Wiederverwertung in neuer Elektronik gewonnen werden. Eines der wertvollen Materialien ist zum Beispiel Tantal aus Kondensatoren. Das Ganze funktioniert nach dem Prinzip der sogenannten »Inverse Production«. Hierbei wird die Altelektronik zunächst messtechnisch erfasst und wertvolle Bauteile werden gezielt demontiert um damit neue, hochangereicherte Stoffe zu gewinnen. Das restliche Material wird anschließend den bewährten metallurgischen Prozessen zugeführt.

Die Zerlegung in Einzelteile soll dabei automatisiert ablaufen: Laserverfahren identifizieren die Inhaltsstoffe der Bauteile in Echtzeit und entlöten oder schneiden die Bauteile berührungslos aus. Mit dem Verfahren lassen sich die wiederverwertbaren Stoffe im industriellen Maßstab effizient recyceln. In der erprobten Demontageanlage agieren Lasertechnik, Robotik, Kamerasysteme und Informationstechnik in intelligenter Weise zusammen.

Aktionstag in Goslar

Am 17. Mai 2019 stellen die Projektpartner auf dem »ADIR Demo-Day« in Goslar wichtige Ergebnisse in Theorie und Praxis vor. Vormittags berichtet zunächst das ADIR-Konsortium im Logistikzentrum des Projektpartners H.C. Starck Tantalum & Niobium über die Ergebnisse des EU-Projekts. Am Nachmittag werden am Standort der Electrocycling GmbH (ECG) die entwickelten Maschinen und Prozesse dem Fachpublikum vorgestellt.