Midea-Kuka Verhandlungen Kuka-Vorstand unterzeichnet Investorenvertrag

Der KR3 Agilus ist zum Symbol für Kukas Streben auf den chinesischen Markt für Elektronikfertigung geworden - das Eintrittstor für Kuka könnte Midea sein.
Der KR3 Agilus ist zum Symbol für Kukas Streben auf den chinesischen Markt für Elektronikfertigung geworden - das Eintrittstor für Kuka soll die Kooperation mit Midea sein.

Kuka und Midea haben eine Investorenvereinbarung unterzeichnet, in der u.a. der Umgang mit Kuka-Know-how, Kundendaten sowie Standort- und Jobgarantien verbindlich festgeschrieben sind. In einer Stellungnahme empfehlen Vorstand und Aufsichtsrat den Kuka-Aktionären die Annahme des Midea-Angebots.

Seit dem 10. Juni 2016 verhandelten der Kuka-Vorstand und Midea über eine Investorenvereinbarung, in der die Eckpunkte einer Zusammenarbeit beider Unternehmen rechtlich bindend festgeschrieben werden. Gestern, am 28. Juni, unterzeichneten beiden Seiten die Vereinbarung, deren Laufzeit sieben Jahre und sechs Monaten beträgt. Diese Zeitspanne gehe weit über das übliche Maß hinaus, ordnete der Kuka Vorstandsvorsitzende Dr. Till Reuter die Vereinbarung ein und erklärte weiter: »Sie schützt die Interessen unseres Unternehmens, unserer Geschäftspartner, unserer Mitarbeiter und unserer Aktionäre bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein.«

Laut Kuka binde die Investorenvereinbarung Midea bis zum Jahr 2023 an Zusagen zur Standort- und Beschäftigungsgarantien, zur Unabhängigkeit des Kuka-Vorstands und an die Weiterführung der bisherigen Firmenstrategie, für die der chinesische Markt eine zentrale Rolle einnimmt. Midea habe sich verpflichtet, Kuka hier durch die Bereitstellung zusätzlicher Marktkanäle zu unterstützen und in den Wachstumsmärkten Logistik und Servicerobotik, die Kuka verstärkt bedienen möchte, zusätzliche Geschäftsbeziehungen aufzunehmen. Außerdem werde der chinesische Hersteller Kuka beim Ausbau der bestehenden Forschungs- und Entwicklungs-Standorte unterstützen.

Die mehrfach von Midea kundgetane Absicht, keinen Beherrschungsvertrag anzustreben, ist laut Kuka ein weiterer Teil der Investorenvereinbarung. »Wichtig war es uns auch, eine gute Lösung für die Datensicherheit unserer Geschäftspartner zu finden«, erklärte Dr. Reuter in diesem Zusammenhang und verwies auf eine Abschirmungsvereinbarung, die ebenfalls Teil der Investorenvereinbarung sei. Laut Kuka habe man sich verbindlich auf den Umgang mit gewerblichen Schutzrechten (beispielsweise Patenten), Kuka-Know-how und vertraulichen Daten von Kunden und Lieferanten geeinigt und Datenbanken, die diese Informationen vorhalten, vor einer Standortverlagerung und vor dem Zugriff durch Midea oder anderer Dritter geschützt.

Vor dem Hintergrund der unterzeichneten Investorenvereinbarung hat der Kuka-Vorstand in seiner begründeten Stellungnahme, zu der er laut § 27 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG) verpflichtet ist, seinen Aktionären die Annahme des Midea-Angebots empfohlen, das vom chinesischen Hersteller für alle ausstehenden Kuka-Aktien am 16. Juni 2016 unterbreitet wurde und das bis zum 15. Juli 2016 gültig ist.

Aktuell sind mehr als 100 Mio. Kuka-Aktien im Umlauf, von denen etwa 25 % von der Voith-Gruppe als Ankeraktionär gehalten werden, 13,5 % von Midea und gute 10 % von der Swoctem GmbH (Teil der Friedhelm Loh Gruppe). Die restlichen gut 51 % befinden sich in Besitzer insitututioneller oder privater Anleger.