Deutsche Bildverarbeitungsindustrie Kräftiges Wachstum »Made in Germany«

Anders als er der Endverbrauchermarkt für Kameras suggerieren würde, sind deutsche Unternehmen bei Industriekameras und industrieller Bildverarbeitung führend.

Die in Deutschland ansässigen Unternehmen für industrielle Bildverarbeitung erzielten 2015 so viel Umsatz wie noch nie. Der VDMA prognostiziert, dass der Wachstumstrend für die Bildverarbeitung Made in Germany auch 2016 ungebrochen weitergeht.

Über 2 Mrd. Euro haben die deutschen Anbieter von industriellen Bildverarbeitungssystemen und Komponenten sowie Systemintegratoren im Jahr 2015 erwirtschaftet. Ein Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Jahr 2016 geht die Fachgruppe Industrielle Bildverarbeitung des VDMA Robotik + Automation von einem ähnlich hohen Wachstum von 8 Prozent aus. Insgesamt würden die Bildverarbeitungsunternehmen in Deutschland dann 2,2 Mrd. Euro Umsatz erzielen. In Anbetracht dessen, dass nach Schätzungen des VDMA deutschlandweit lediglich etwa 9000 Personen direkt im Bereich Bildverarbeitung tätig sind (ohne Zulieferer), ist das ein mehr als beachtliches Ergebnis.

»Beim Gang durch die Digitalkamera-Abteilung eines Fachmarktes würde man es zwar nicht vermuten, aber bei den Industriekameras und der industriellen Bildverarbeitung ist Deutschland ganz vorne mit dabei«, erklärte Dr. Horst Heinol-Heikkinen, als er auf der Vorab-Fachpressekonferenz zur Vision (vom 8. – 10. November 2016 in Stuttgart) die Zahlen des VDMA präsentierte. Sein erster Kommentar dazu: »Hurra!«.

Als großen Wachstumstreiber sieht Heinol-Heikkinen, selbst Geschäftsführer des Bildverarbeitungsunternehmens Asentics, das Bestreben von Unternehmen weltweit, ihre Produktion zu digitalisieren. Die Bildverarbeitung ermöglicht dabei wie keine zweite Technik das Erfassen und die Nutzbarmachung von Informationen, die zum Überwachen der Produktionsqualität, zum Führen von Werkzeugen oder zur korrekten Dosierung genutzt werden. Daher wird sie auch als einer der Schlüsseltechnologien für die Industrie 4.0 angesehen.

Größter Abnehmer von Bildverarbeitungssystemen und Komponenten ist nach wie vor die Automobilindustrie, die den deutschen Bildverarbeitern im Jahr 2015 22 Prozent des gesamten Umsatzes bescherte. Dahinter liegt die Elektro- und Elektronikindustrie mit 13 Prozent. Hier ist die Halbleiterindustrie mit inbegriffen. Abseits der klassischen Industrie war die Verkehrsüberwachung der größte Abnehmer für Bildverarbeitungssysteme.