Forschung Infrastruktur für den Mond

Die Moonrise-Technik im Einsatz auf dem Mond: Links die Mondlandefähre Alina, rechts der Rover mit der Moonrise-Technik – mit angeschaltetem Laser beim Aufschmelzen von Mondstaub.
Die Moonrise-Technik im Einsatz auf dem Mond: Links die Mondlandefähre Alina, rechts der Rover mit der Moonrise-Technik – mit angeschaltetem Laser beim Aufschmelzen von Mondstaub.

Viele Raumfahrtorganisationen und Firmen wollen den Mond weiter erkunden. Doch die Transportkosten für Flüge sind hoch, ein Kilogramm Nutzlast kostet etwa 700.000 Euro. Darum ist es besser, Baumaterial direkt im Weltraum herzustellen. Aber wie funktioniert das?

Forscher des Laser Zentrums Hannover (LZH) und des Instituts für Raumfahrtsysteme (IRAS) der TU Braunschweig arbeiten seit neun Monaten im Projekt Moonrise zusammen. Basis des Projekts ist die additive Fertigung, also der 3D-Druck. Die Forscher entwickeln ein Lasersystem das Regolith, besser als Mondstaub bekannt, aufschmelzen und zu vielseitigen Strukturen wie Baumaterial verarbeitet. Nach dem Abkühlen des Schmelzmaterials liegt ein fester Körper vor, der zum Beispiel für den Aufbau des »Moon Village« dienen soll. Das Moon Village der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) ist die Vision eines globalen Dorfes auf dem Mond, das als Außenposten der Erde im Weltraum dienen kann.

Die Zeit drängt

Die Forscher haben wenig Zeit: Bereits im Jahr 2021 fliegt das System mit der ersten Mondmission des Berliner Unternehmens PTScientists zum Mond. Dann sollen dort erste Tests des Lasersystems erfolgen. Gelingt das Experiment, könnte das Verfahren auf die Herstellung von größeren Strukturen übertragen werden. Das Ziel: Der Bau von Wegen, Fundamenten und Landeflächen auf dem Mond.

Erste Tests angelaufen

Die ersten Projekttests sind vielversprechend. Der Laboraufbau ist angepasst, geeignete Laserhardware ist identifiziert und getestet, die Optiken sind ausgelegt und erprobt. Auch das Material, das als Ersatz für Mondstaub dient, wird echtem Regolith immer ähnlicher. Aktuell arbeiten die Wissenschaftler an der Transportvorrichtung für den Laser, der in einen Rover integriert ins All geschickt wird.