Linearmotor Im Sekundärteil magnetfrei

Die Anordnung auf den Kopf gestellt...

Der Straubinger Sondermaschinenbauer Strama-MPS (neben Siemens selbst) nutzt den Synchron-Linearmotors »1FN6« zur Schnellpositionierung von Transfersystemen, indem er die Anordnung auf den Kopf stellt. Die Grundidee: Man führt das fest installierte Primärteil als so genannten Langstator aus und unterteilt diesen in einzeln bestromte und über separate Sinamics- Motormodule auch einzeln regelbare Segmente. Auf einem solchen Langstator lassen sich dann mehrere magnetfreie – dadurch wiederum einfach und kostengünstig zu fertigende – Sekundärteile hoch dynamisch und äußerst präzise in beide Verfahrrichtungen bewegen. Auf die Sekundärteile setzt man beliebige Werkstückträger und erhält ein pfeilschnelles Transfersystem – wahlweise für die gesamte Transportstrecke oder nur für Teile davon.

Anders als bei herkömmlichen Transfersystemen mit Riemen müssen die Werkstückträger nicht mehr hoch präzise gefertigt sein, da man die jeweiligen Ist-Maße des Sekundärteils in der Steuerung hinterlegen und beim Positionieren einfach  »verrechnen« kann. Ordnet man solche passiven Sekundärteile seitlich zum Bandantrieb an, können die Werkstückträger z.B. auch hohe Presskräfte von oben aufnehmen. Genauso lassen sich segmentierte Primärteile Platz sparend in klassische Bandantriebssysteme integrieren. So oder so – die drastisch beschleunigte Positionierung von Werkstückträgern minimiert Nebenzeiten und wirkt sich insbesondere bei kurzen Bearbeitungs- und Montagezyklen signifikant auf die Produktivität aus. jw

 

 

 

 

 

Die Autoren

Sylke Bruns studierte an der Technischen Universität München Maschinenbau. Nach langjähriger Tätigkeit in der Automobilzulieferindustrie wechselte sie im März 2007 zur Siemens Linear Motor Systems GmbH & Co. KG. Dort ist sie Produktmanagerin für Linearmotoren.

Dr. Guido Stoeppler studierte bis 2000 Feinwerk- und Mikrotechnologie an der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule Nürnberg. Anschließend promovierte er an der John-Moores University in Liverpool über aktive Schwingungskompensation an Werkzeugmaschinen. Von 2000 bis 2007 arbeitete er bei Siemens in Erlangen als Ingenieur für Vorfeld- und Produktentwicklung in der Antriebstechnik. Seit 2007 ist er bei Siemens als Produktmanager für Antriebstechnik in Werkzeugmaschinen tätig.