Chinesische Robotikindustrie Erster kollaborativer Roboter aus chinesischer Entwicklung

China ist kein Land der Industrieroboter - zumindest noch nicht. Bis 2020 will China massiv aufrüsten. Aktuell wird der riesige Markt durch hohe Importquoten gedeckt, aber einheimische Automatisierer holen auf.
China ist kein Land der Industrieroboter - zumindest noch nicht. Bis 2020 will China massiv aufrüsten. Aktuell wird der riesige Markt durch hohe Importquoten gedeckt, aber einheimische Automatisierer holen auf.

China ist der wichtigste Wachstumsmarkt für die Robotik-Industrie. Das wissen auch die einheimischen Unternehmen und treiben die Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet voran. Der erste kollaborative Roboter aus chinesischer Entwicklung ist nun spruchreif.

Der wichtigste Markt für die großen Robotik-Hersteller ist momentan der chinesische Markt. Der Bedarf an Industrierobotern ist enrom. Aktuell liegt die Roboterdichte im Land laut Internation Federation of Robotics (IFR) bei 36, was bedeutet, dass im produzierenden Gewerbe durchschnittlich auf 10.000 angestellte Arbeitnehmer 36 installierte Industrieroboter entfallen. Der chinesische Maschinenbau-Verband CMIF möchte diese Zahl bis 2020 deutlich nach oben korrigieren und hat als Ziel die Marke 150 ausgegeben. Das ist eine erfreuliche Nachricht für ausländische Hersteller, die aktuell noch 69 Prozent des chinesischen Marktes abdecken. Das enorme Marktpotenzial in China ist auch die große Triebfeder hinter dem viel diskutierten Kuka-Midea-Deal. Der Augsburger Hersteller wollte auf diese Weise weitere Marktanteile im Reich der Mitte für sich gewinnen, was dazu führte, dass beinahe das gesamte Unternehmen nun dem chinesischen Investor gehört.

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Robotics Made in China

Der erste kollaborative Industrieroboter aus chinesischer Entwicklung

Chinas Robotik-Industrie holt auf!

Die Aufbruchstimmung im Land führt auch dazu, dass Kuka & Co. beim Kampf um Marktanteile einen erhöhten Konkurrenzdruck durch die einheimischen Hersteller spüren. Chinas Robotik-Industrie holt auf. Der Beweis: Kürzlich wurde die Entwicklung des ersten kollaborativen Fertigungsroboters aus chinesischer Hand zum Abschluss gebracht. Hinter dem Siebenachs-Roboter steht der Forschungs- und Entwicklungsdienstleister Siasun aus Shanghai, der im Jahr 2000 gegründet wurde.

Bei der Servoantriebstechnik setzte Siasun auf israelische Technik. Sie stammt vom Hersteller Elmo Motion Control, der auch eine Niederlassung in Deutschland unterhält. An den Roboterarmgelenken sind Servoregler vom Typ »EtherCat Gold« montiert, die Achsen an der Grundfläche werden von zwei weiteren, leistungsstärkeren Servoreglern betrieben, die kontinuierlich Gleichstrom bis zu 50 A und kurzzeitig Spitzenströme von 100 A zur Verfügung stellen können.

Anders als Fertigungsroboter, die in der Regel hinter baulichen Schutzmaßnahmen zügig ihre Arbeit verrichten können, sind kollaborative Roboter darauf ausgelegt, ohne Schutzmaßnahmen neben einem Menschen zu arbeiten bzw. mit ihm für bestimmte Fertigungsschritte Hand-in-Hand zu kooperieren.