Deutscher Zukunftspreis 2010 Drei Forscherteams für Wissenschaftspreis nominiert

Chemische Beschleuniger im Turbotest - neue Katalysatoren eröffnen Energieoptionen

Prof. Dr. rer. nat. Ferdi Schüth (Sprecher) vom Max-Planck-Institut für Kohleforschung, Mülheim, sowie Dr. rer. nat. Dirk Demuth und Dr. rer. nat. Wolfram Stichert von der hte Aktiengesellschaft, Heidelberg, entwickelten gemeinsam mit ihren Teams ein Testverfahren, mit dem sich sehr schnell und effizient die wirkungsvollsten Katalysatoren für chemische Reaktionen aufspüren lassen.

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Chemische Beschleuniger im Turbotest - neue Katalysatoren eröffnen Energieoptionen

Das dritte für den Deutschen Zukunftspreis 2010 nominierte Projketteam entwickelte ein Testverfahren, mit dem sich sehr schnell und effizient die wirkungsvollsten Katalysatoren für chemische Reaktionen aufspüren lassen.

Mit Hilfe der so genannten Parallelrohrreaktortechnik werden mehrere Dutzend einzelne Rohre gebündelt, in denen das Reaktionsmedium gleichzeitig über unterschiedliche Katalysator-Kandidaten hinweg strömt. Eine eigens entwickelte, neuartige und schnelle Analysetechniken sowie eine speziell an das Hochdurchsatzverfahren angepasste Software übernehmen die Auswertung der Experimente.

Katalysatoren haben eine überragende Bedeutung für Wirtschaft und Klimaschutz. Viele chemische Prozesse, etwa in der Umwelt- und Energietechnik, kommen erst mithilfe geeigneter Reaktionsbeschleuniger in Schwung. Mit ihrer Hilfe können Abgasnormen erfüllt werden und sie helfen beim Ersatz von Erdöl durch nachwachsende Rohstoffe, etwa durch das Herstellen von Kunststoffen aus pflanzlichen Rohmaterialien oder von synthetischen Biokraftstoffen.

Die Suche nach den besten Katalysatoren war bis jetzt aufwendig und teuer: Mögliche Substanzen mussten nacheinander unter realen Bedingungen getestet und analysiert werden. Mit dem entwickelten Hochdurchsatzverfahren lässt sich die Katalysatorentwicklung erheblich beschleunigen und hilft zugleich, Energie und Ressourcen einzusparen. Das Verfahren ist bereits im Markt etabliert und wird von vielen Unternehmen aus dem Umfeld der chemischen, petrochemischen und Öl-Industrie routinemäßig eingesetzt.

Das Projekt »Chemische Beschleuniger im Turbotest – neue Katalysatoren eröffnen Energieoptionen« wurde von der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., gemeinsam mit der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften und dem Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen vorgeschlagen.