Automatica 2016 Das hatte die Automatica 2016 zu bieten

Die großen Roboter-Hersteller haben das Geschäftsfeld der kollaborativen Fertigungsroboter für sich entdeckt. Das Motto lautet dabei: Arbeitnehmer bei unergonomischen Arbeiten entlasten und damit Personalkosten sparen.
Die großen Roboter-Hersteller haben das Geschäftsfeld der kollaborativen Fertigungsroboter für sich entdeckt. Das Motto lautet dabei: Arbeitnehmer bei unergonomischen Arbeiten entlasten und so langfristig Personalkosten sparen.

In diesem Jahr waren auf der Automatica so viele Besucher und Aussteller wie noch nie. Ein Schwerpunkte der Fachmesse war die Mensch-Roboter-Kollaboration, die viele Hersteller auf ihren Ständen in den Mittelpunkt rückten.

Die Industrielle Bildverarbeitung, Montage- und Handhabungssysteme sowie die Robotik sind traditionell die Protagonisten auf der Automatica. Aus jedem der drei Bereiche meldeten sich diesmal zwischen zehn und zwanzig Prozent mehr Aussteller als noch zur letzten Automatica vor zwei Jahren an. Die insgesamt 839 Ausstelleranmeldungen (aus 47 Ländern) stellen einen Rekordwert für die Automatica da, wie die Messe München erklärte. Gleiches gilt für die rund 45.000 Besucher zur diesjährigen Messe. Gegenüber der letzten Automatica stieg das Besucheraufkommen damit um mehr als 30 Prozent.

Erste Automatica-Trend-Umfrage durchgeführt

Das steigende Interesse von Herstellern und Dienstleistern, sich auf der Automatica zu präsentieren, deckt sich mit den Resultaten einer Trend-Umfrage, die von der Messe München erstmals in diesem Jahr durchgeführt wurde. Von 100 Industrie-Entscheidern hielten 83 den Bereich der Industrieroboter für eine Schlüsseltechnik für die Industrie 4.0. Speziell für die kollaborativen Roboter, die viele der Messeaussteller auf der Automatica 2016 in den Fokus rückten, sehen die Entscheidungsträger eine möglichst einfache Bedienung als eines der wichtigsten Kriterien, das Hersteller bedienen müssten. Etwas überraschend fiel die Frage nach der Datensicherheit aus: Weniger als die Hälfte gab an, dass Angst um die Sicherheit von Produktionsdaten oder Betriebsgeheimnissen einem Einsatz von vernetzten Industrie-Robotern (42) oder kollaborativen Robotern (Cobots; 41) in ihrem Unternehmen entgegen stünde.

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Automatica 2016: Kollaborative Roboter im Mittelpunkt

Ein Blick auf die Automatica 2016: Kollaborative Industrieroboter standen bei den großen Herstellern im Fokus.

Teilautomatisierte Handarbeitsstation und kollaborative Apas-Roboter von Robert Bosch

Das Zusammenspiel von Mensch und Automatisierungstechnik war auch das Thema auf dem Messestand der Robert Bosch GmbH. Sie präsentierte ihre »Apas«-Produktfamilie, die unter anderem einen mobilen Produktionsassistenten und eine teilautomatisierte Handarbeitsstation (»Apas-Workstation«) beinhaltet.

Die Arbeitsstation ist mit einer intelligenten Beleuchtung ausgestattet, die automatisch zur gerade ausgeführten Tätigkeit die passende Beleuchtung liefert. Ein integriertes Display spielt eine grafische Bedienungsanleitung ein, die dem Werker den nächsten Arbeitsschritt anzeigt und ein kollaborativer »Apas«-Einarmroboter (»Apas-Assistant«) kann den Werker als Zuarbeiter unterstützen. Der Roboterarm ist in eine Lederhülle gekleidet, in der Annäherungssensoren integriert sind. Diese Sensorhaut arbeitet auf kapazitiver Basis und sorgt dafür, dass der Roboterarm vor einer Berührung mit dem Menschen abstoppt und seine Bewegung direkt fortsetzt, wenn der Arbeitsweg wieder frei ist. »Wir mussten die Arbeitsfrequenz der kapazitiven Sensoren sorgsam auswählen und das System insgesamt sehr EMV-fest auslegen, damit es im industriellen Umfeld nicht zu Problemen kommt«, erklärte der Ingenieur Wolfgang Pomrehn, der bei Robert Bosch als einer der Väter des »Apas-Assistants« gilt. »Der Vorteil von kapazitiven Sensoren ist ihre Reaktionszeit, die beispielsweise deutlich schneller als die von Ultraschall ist und ihre Unempfindlichkeit gegenüber schmutzbelasteten Umgebungen«.