VDMA-Studie 8 Mrd. Euro Schaden durch Plagiate

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (www.vdma.org) legte Ende April seine aktuelle Studie zum Thema Produktpiraterie vor. 405 Mitgliedsunternehmen haben sich daran beteiligt. Das Ergebnis: 67 Prozent der Unternehmen sind von Plagiaten betroffen!

In der Vergleichsstudie des VDMA von 2010 waren es 62 Prozent. Der dadurch entstandene Schaden für deutsche Unternehmen stieg von 6,4 Mrd. Euro im Jahr 2009 auf 7,9 Mrd. Euro an. Umgerechnet entspricht der Umsatzverlust knapp 37.000 Arbeitsplätze. Am häufigsten mit 52 Prozent werden Komponenten gefälscht (2010: 58 Prozent), aber auch vor ganzen Maschinen machen die Plagiateure nicht halt. Der Anteil an gefälschten Maschinen stieg von 45 Prozent im Jahr 2010 auf 48 Prozent an. Bei den verletzten gewerb-lichen Schutzrechten steht mit 38 Prozent die Patentverletzung an erster Stelle (2010: 29 Prozent), gefolgt von Markenverletzungen (37 Prozent; 2010: 29 Prozent). Unlauterer Nachbau stieg von 52 auf 58 Prozent.

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Produktpiraterie im Jahr 2011: Ergebnisse der VDMA-Umfrage im Detail

Grafiken zur Auswertung der VDMA-Umfrage Produktpiraterie 2012

44 Prozent ergreifen keine Gegenmaßnahmen

Auf Plagiate werden die Hersteller zu 58 Prozent von ihren Kunden aufmerksam gemacht. Nach Entdeckung von Plagiaten greifen 41 Prozent zu außergerichtlichen Maßnahmen, 32 Prozent gehen vor Gericht. 44 Prozent ergreifen keinerlei Maßnahmen; zu beachten ist hier jedoch, dass die Maßnahmen nicht für das ganze Unternehmen gelten, sondern nur für einzelne Fälle von Fälschungen. Der Grund: Es lohnt sich nicht immer, gegen Plagiate vorzugehen. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen ergreifen keine Gegenmaßnahmen, da z.B. eine Grenzbeschlagnahme als Reaktion nur bei großen Unternehmen ab 1.000 Mitarbeitern eine Rolle spielt.

Den perfekten Schutz vor Produkt-piraterie gibt es nach einhelliger Meinung nicht, man kann es den Plagiateuren nur so schwer wie möglich machen. Dazu gehören auch präventive Maßnahmen. Mehr als drei Viertel der Unternehmen setzen daher auf das Anmelden von Schutzrechten wie Patente oder Marken. Des Weiteren achten rund 63 Prozent auf eine sorgfältige Auswahl an Kooperationspartnern und 55 Prozent setzen auf Geheimhaltung als Know-how-Schutz. Bei den technischen Schutzmaßnahmen setzen 40 Prozent der Unternehmen auf Produktkennzeichnung, z.B. durch Hologramme oder RFID-Funk-etiketten; das sind 11 Prozent mehr als noch 2010. Je 18 und 24 Prozent entscheiden sich für Embedded Security und konstruktive Maßnahmen. Die Frage, warum keine technischen Vorkehrungen ergriffen werden, beantworteten die entsprechenden Unternehmen u.a. damit, dass die Maßnahmen zu teuer (8 Prozent), unbekannt (12 Prozent) oder ungeeignet seien (23 Prozent).