Das Internet eröffnet neue Möglichkeiten

Über alle Barrieren hinweg

23. September 2006, 14:04 Uhr |

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Verbindung zur Chefetage

Während die Kommunikation über Ländergrenzen hinweg heute kein wirkliches technisches Problem mehr darstellt, ist die sich durch fast jedes Unternehmen ziehende Mauer zwischen betriebswirtschaftlicher Leitung und Produktion auch in der Kommunikationstechnik nicht überwunden. Dieser Problematik widmet sich seit neuestem eine „Allianz“ der Unternehmen ABB, Accenture, Intel und Microsoft, die Produkte für einen einfacheren informationstechnischen Zugang zur Produktion entwickeln wollen. Kernstück der gemeinsamen Entwicklung wird die „Industrial IT“-Software von ABB (www.abb.com) sein; sie stellt jedes Teil einer Fertigungsanlage als „Aspect Object“ dar, das einen direkten Zugriff auf die Dokumentation, die Konfiguration und die Vernetzungstools ermöglicht. ABB hat bereits über 30 000 Hardware- und Software-Produkte „informationsfähig“ gemacht und zertifiziert; diese können im Rahmen von „Industrial IT“ eingesetzt werden.

Accenture (www.accenture.com) stellt im Rahmen der Allianz eine „Integrationsschicht“ zur Verfügung, die das „Industrial IT“-System mit dem „BizTalk Server“ von Microsoft verbindet. Damit können in Echtzeit Daten zwischen dem Unternehmen und den Fertigungseinrichtungen ausgetauscht werden. Intel (www.intel.com) bringt Mikroprozessoren und Rechnerplattformen in die Allianz ein und Microsoft (www.microsoft.com) macht – zusätzlich zum BizTalk Server – mit der .NET-Software die Integration verschiedener älterer Systeme in die aktuelle Umgebung möglich. Die Allianz will allen größeren Systemanbietern Unterstützung bei eigenen Entwicklungen sowie Beratung und entsprechende Software bieten. Die „Shop Floor to Top Floor“-Initiative wird nach Angaben von ABB Dienstleistungen wie eine „Informatik-Diagnostik“ der bestehenden Einrichtungen ebenso wie die Projektierung von Informationssystemen auf Basis der Ressourcen der Allianz sowie Entwicklungs- und Integrationsdienstleistungen für Fertigungsbetriebe umfassen.

Prozessautomatisierung – Weltmarktprognose bis 2010

Die Schweizer Intechno Consulting (www.intechnoconsulting.com) stellt mit ihrem neuesten Intechno-Weltreport eine langfristige Prognose für alle Gewerke, die an Planung, Erstellung und Betrieb von prozesstechnischen Anlagen beteiligt sind: Ausrüstungen, Software, Baumaterial und Dienstleistungen. Dabei umfassen die technischen Gewerke die Elektrotechnik mit der Automatisierung und der Leittechnik (MES – Manufacturing Execution Systems), die mechanischen Gewerke, den Hoch- und Tiefbau sowie die übergeordneten Anlagedienstleistungen. Zu letzterem zählen die Erstellung von Machbarkeitsstudien, Projektmanagement, Consulting, Beschaffung, „Outsourcing“ etc. Bemerkenswert ist, dass sich nach der Prognose der Schweizer Marktforscher der Anteil der Gewerke beim Anlagenbau nicht wesentlich verändert. So steigt der Prozentsatz der elektrischen Ausrüstung einschließlich der Automatisierungstechnik bis 2010 von 24,3 (2000) auf 26 Prozent; das stärkste Wachstum in diesem Segment verzeichnet die Leittechnik.

Als Zukunftstrends des Anlagenbaus nennen die Autoren der Studie die wachsende Fähigkeit zur Integration, die schnelle Reaktionsfähigkeit auf Kundenwünsche und eine daraus abgeleitete Modularität der Anlagen. Letztere ermöglicht auch – zusammen mit der Methode der objektorientierten Software-Erstellung – eine schnellere Projektierung der Anlagen bei geringeren Kosten für Entwurf und Ausführungsplanung. Neue biotechnische Verfahren stellen die Anlagenbauer vor neue Herausforderungen, insbesondere in der biotechnisch basierten Feinchemieproduktion. Schließlich bieten „kommunikationsfähige“ Maschinen und Anlagen mit Fernüberwachung, Ferndiagnose und Telemetrie – bis hin zur Fernsteuerung – eine Vielzahl von Möglichkeiten für eigenständige Dienstleistungen. Die Erfolgsfaktoren für einen Ausrüster in dieser Branche fasst die Studie folgendermaßen zusammen:

  • Verkürzung der Projektlaufzeiten durch den Einsatz eines globalen und gleichzeitigen „Engineering“,
  • automatisiertes Dokumentenmanagement,
  • effizienteres Angebotsmanagement unter Nutzung der Möglichkeiten des Internet, wie z.B. Online-Verhandlungen mit Subunternehmern.

Der neue Report „Process Plant Markets 2010“ analysiert insgesamt elf Prozessindustrien, untergliedert nach 130 Subsektoren, und stellt auf Basis des Jahres 2000 eine langfristige Prognose bis 2010.

Jens Wuertenberg, Elektronik

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Der Weltmarkt für Produkte und externe Dienstleistungen für Anlagen der Prozessindustrien wächst bis 2010 jährlich durchschnittlich um 3,58 Prozent. (Quelle: Intechno Consulting)

  1. Über alle Barrieren hinweg
  2. Preiswerte Brücke zu fernen Inseln
  3. Verbindung zur Chefetage

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