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Das Internet eröffnet neue Möglichkeiten

Über alle Barrieren hinweg


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Preiswerte Brücke zu fernen Inseln

Mit den neuen Fernsteuermodulen der Karlsruher Firma Informel (www.informel.de) lassen sich entlegene Außenstellen preisgünstig auch über öffentliche Netze steuern. Die 70 mm breiten Module haben acht digitale Eingänge und zwei Ausgänge, dabei sind mehrere Geräte kaskadierbar, so dass insgesamt 30 Ausgänge und sechs Eingänge über eine Verbindung ferngesteuert werden können. Für die Verbindung stehen verschiedene Ausführungen zur Verfügung: Telefon-Modem, ISDN, GSM, Funk oder Ethernet. Typischerweise werden die „Remote I/O“-Module für die Überwachung entlegener Brunnen oder Windkraftanlagen eingesetzt. Es lassen sich damit auch Automatisierungsinseln in Leitsysteme einbinden, die über Verkabelung nur schwer zu erreichen sind. Der Anwender montiert das Gerät „vor Ort“ und schließt die Sensoren, Relais und Antriebssteuerungen an. Ein in Software realisierter Server stellt die Informationen verschiedenen Schnittstellen zur Verfügung; dabei haben die Entwickler auf die Standards OPC (OLE for Process Control), DDE (Dynamic Data Exchange) und COM (Common Object Model), also auf die Standards der Windows-Welt gesetzt. Über Visual Basic Script kann der Anwender auf die Funktionen des Servers zugreifen; es macht dann keinen Unterschied, ob ein Fernsteuermodul über Modem, Funk oder direkt angeschlossen ist.

Sicher über ein Weitverkehrsnetz

Für die „Sicherheit“ beim Fernzugriff haben Mitsubishi International und Smart Network Devices (SND, www.smartnd.com) eine Lösung entwickelt, die es Industriekunden möglich macht, über das Internet-Protokoll schnell und sicher auf ihre Anlage zuzugreifen (Bild 3). Der Zugriff erfolgt über das Weitverkehrsnetz von Colt und die öffentliche Telefonleitung. Der Kunde wählt sich von einem beliebigen Ort auf eine Webseite ein, auf der die „MCdialog.net“-Software von Mitsubishi ein personalisiertes Navigationsmenü zur Verfügung stellt. Nach der Authentisierung wird eine verschlüsselte VPN-Verbindung (Virtual Private Network) zum Zielsystem aufgebaut. Dort sorgt die „Micro WebTarget“-Hardware von SND für die Umsetzung der Fernsteuersignale zur Anlage. Die „Micro WebTarget“-Hardware hat SND zusammen mit der Konstanzer Hyperstone AG als „System on Chip“ (SoC) realisiert, dabei erlaubt der auf dem Chip integrierte Flash-Speicher die Aktualisierung der kompletten Software über die Netzwerkschnittstelle. Neben verschiedenen Protokollstapeln stellt SND hier- für auch unterschiedliche Hardware-Schnittstellen zur Verfügung. Neben Ethernet sind dies die serielle RS-232/485-Schnittstelle, der CAN-Bus, die PC-Schnittstelle USB, die Funkschnittstelle Bluetooth, die SPI-Schnittstelle (Serial Peripheral Interface) und der I2C-Bus. Als Betriebssystem kommt „HyNetOS“ von SND zum Einsatz, ein multitasking-fähiges Echtzeit-Betriebssystem, das für die Hyperstone-Architektur optimiert wurde.

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Bild 3. Über das Glasfaser-Weitverkehrsnetz von Colt kann der Anwender sein System per Fernzugriff über einen Webserver von Mitsubishi International steuern und überwachen; die am Endgerät erforderliche Hardware beruht auf der Hyperstone-Architektur.

Wachablösung bei der Video-Überwachung

Die Digitalisierung hat auch in die Technik des CCTV (Closed Circuit Television) Einzug gehalten; die bei der Überwachung von Banken und Gebäuden bisher eingesetzte analoge Videotechnik wird in Zukunft abgelöst durch digitale Varianten. Das Beispiel der WebCam, die ihre Bilder über das Internet überträgt und über das gleiche Medium mit Hilfe eines Browser ferngesteuert werden kann, zeigt die wesentlichen Aspekte der Entwicklung. Im Bereich der Video-Überwachung ersetzt die Internet-Technik die analogen Kameras und die zugehörigen Aufzeichnungssysteme. Die Vorteile gegenüber der analogen Technik liegen auf der Hand; dort wird praktisch für jede installierte Kamera ein eigenes Aufzeichnungsgerät benötigt. Mit der digitalen Technik sind völlig andere Systeme möglich. Die digitale Aufnahmetechnik macht z.B. eine unmittelbare Auswertung des Bildinhalts am Sensor möglich; der Speicherbedarf für Bildinhalte kann drastisch reduziert werden. Zu den neuen Funktionen, die auch in der Automatisierung eine Anwendung finden, gehört z.B. die Alarmierung durch eine automatische Auswertung des Bildinhalts und die Verwendung des IP-Netzwerks zur Übertragung, eine eigenständige analoge Übertragungskette entfällt somit.


  1. Über alle Barrieren hinweg
  2. Preiswerte Brücke zu fernen Inseln
  3. Verbindung zur Chefetage

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