Hohe Nachfrage nach Vierzylinder-Motoren Weitere Kapazitäten im neuen Motorenwerk von Mercedes-Benz

In Jawor, Polen, entsteht ein neuer Produktionsstandort für Vierzylinder-Motoren von Mercedes-Benz.
In Jawor, Polen, entsteht ein neuer Produktionsstandort für Vierzylinder-Motoren von Mercedes-Benz.

Mercedes-Benz feiert Richtfest für das neue Motorenwerk in Jawor (Polen) – nun sollen dort doppelt so viele Mitarbeiter beschäftigt werden, als angekündigt. In der CO2-neutralen Fabrik sollen Benzin- und Dieselmotoren für Hybridfahrzeuge und konventionell angetriebene Autos hergestellt werden.

Mercedes-Benz hat die Bauarbeiten an dem Motorenwerk im polnischen Jawor nahezu abgeschlossen – die Grundstruktur steht. Das Unternehmen erhöht damit die Kapazitäten im weltweiten Produktionsnetzwerk von Mercedes-Benz. Das CO2-neutrale Werk verfügt über eine Produktionsfläche von 180.000 m2 und wird über 1.000 Mitarbeiter beschäftigen – doppelt so viele wie beim Spatenstich im vergangenen Jahr angekündigt. Die 500 zusätzlichen Arbeitsplätze sollen ab 2019 dazu beitragen, der hohen Nachfrage nach Vierzylinder-Motoren gerecht zu werden.

Mit den in Jawor gefertigten Vierzylinder Diesel- und Benzinmotoren für Hybridfahrzeuge und konventionell angetriebene Pkw sollen die Werke weltweit beliefert werden. Die verschiedenen Motorvarianten werden neben den entsprechenden Kurbelgehäusen auf flexiblen Linien gefertigt, um schnell auf Marktveränderungen reagieren zu können. Die in Jawor produzierten Motoren kombinieren moderne Motorentechnik mit Teilelektrifizierung durch 48 V-Technik.

Zum offiziellen Richtfest kamen Jadwiga Emilewicz, Markus Schäfer, Frank Deiß, Rainer Ruess und Andreas Schenkel, sowie weitere Gäste aus Wirtschaft und Politik.

Der Strom für das neue Werk soll zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen werden und der Wärmebedarf wird über ein angrenzendes Kraftwerk gedeckt, das Energie aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt (beispielsweise Holzspäne). Rund 600 Sensoren erfassen die Energieaufnahme, die in Echtzeit abgerufen und gesteuert werden kann – so wird der Energiebedarf der Fabrik reduziert.

Industrie 4.0-Anwendungen wie ein Echtzeit-Management-Informationssystem und ein digitales Fertigungsmanagement werden in der Motorenfabrik zum Einsatz kommen. Im Bereich der Logistik sollen fahrerlose Transportsysteme zum Transport von Materialien eingesetzt werden, die mittels RFID (Radio Frequency Identification) jederzeit zurückverfolgt werden können. Weitere geplante Maßnahmen sind der Einsatz von Augmented-Reality und Big-Data-Analysen, um die Mitarbeiter bei der Montage zu unterstützen sowie Fehler und Maschinenausfälle frühzeitig zu vermeiden. Zudem soll die Fabrik in den Bereichen Produktion sowie Verwaltung papierlos sein.