Vom Autobauer zum Mobilitätsanbieter Volkswagen tritt Automotive Grade Linux und Linux Foundation bei

Volkswagen investiert in Open Source und tritt daher Automotive Grade Linux bei.
Volkswagen investiert in Open Source und tritt daher Automotive Grade Linux bei.

Volkswagen ist der Automotive Grade Linux sowie der Linux Foundation beigetreten und engagiert sich damit für mehr Offenheit in der Software-Entwicklung.

Automotive Grade Linux (AGL) ist ein Open-Source-Projekt der Linux Foundation, das die Art und Weise verändert, wie Automobilhersteller Software entwickeln. Mehr als 130 Mitglieder arbeiten an einer gemeinsamen Plattform, die als De-facto-Industriestandard dienen kann. Die Einführung einer offenen Plattform in der gesamten Branche ermöglicht es Automobilherstellern und Zulieferern, gemeinsam dieselbe Code-Basis zu nutzen und wiederzuverwenden.

Im Jahr 2008 brachte Volkswagen das Subsystem für CAN in den Linux Kernel 2.6.25 ein. Das ebnete den Weg für eine standardisierte Socket-API für Entwickler und ein gemeinsames CAN-Netztreibermodell für SoCs und PC-ähnliche CAN-Hardware. Im Zuge dessen haben Volkswagen- und Non-Automotive-CAN-Anwender viel voneinander gelernt, sodass die Linux-CAN-Unterstützung inzwischen in industriellen, automobilen und akademischen Einrichtungen (z.B. CERN) weit verbreitet ist.

»Der Open-Source-Ansatz bietet exzellente Software-Lösungen, die eine langfristige Unterstützung der Software über den Fahrzeuglebenszyklus ermöglichen«, sagt Oliver Hartkopp, der bei Volkswagen die Open-Source-Strategie leitet. »Um robuste und sichere Lösungen für unsere Kunden zu gewährleisten, stehen wir in engem Kontakt mit der Community, und wollen dazu direkt mit Entwicklern und Betreuern zusammenarbeiten.«

Die Arbeit mit Communities und die Bereitstellung von Wissen, Ideen und Quellcode erfordert eine neue Denkweise in der Automobilindustrie. Volkswagen tritt AGL bei, um ein Teil der Entwicklungsgemeinschaft für die gemeinsame Linux-Plattform im Automobilbereich zu werden. 

Die AGL Unified-Code-Base-Plattform (UCB) wurde aus der Zusammenarbeit von Dutzenden Mitgliedsunternehmen geboren und ist eine Open-Source-Softwareplattform für Infotainment-, Telematik- und Kombianwendungen. Sie folgt dem Prinzip, dass Entwicklerein Produkt einmal entwickeln, das anschließend bei mehreren Autoherstellern zum Einsatz kommen kann.Sie stellt 70 Prozent des Ausgangspunktes für ein Entwicklungsprojekt dar und beinhaltet ein Betriebssystem, eine Middleware und ein Applikations-Framework. Automobilhersteller und Zulieferer können die Plattform mit Funktionen, Services und Branding an ihre individuellen Produkt- und Kundenbedürfnisse anpassen.