Bosch Stärkere Präsenz im weltweiten Motorradmarkt

Unter dem Dach eines neuen Produktbereichs Two-Wheeler and Powersports mit Sitz in Yokohama möchte Bosch seine bisherigen Motorradaktivitäten aus den Feldern Fahrsicherheitssysteme, Antriebstechnik sowie Anzeigeinstrumente bündeln.

Two-Wheeler and Powersports gehört zum Bosch Unternehmensbereich Mobility Solutions und ist weltweit vertreten. Neben Japan, dem Zentrum der internationalen Motorradindustrie, gibt es Niederlassungen in den USA, Europa, Indien und China. Neben motorisierten Zweirädern soll der neue Produktbereich auch den unter dem Begriff Powersports zusammengefassten Markt für Sonderfahrzeuge bedienen. Dazu gehören Quads, Jet-Boote und Schneemobile. Die zunächst rund 40 Mitarbeiter greifen auf ein weltweites Netzwerk von mehreren tausend Kollegen sowie Fertigungskapazitäten aus dem Unternehmensbereich Mobility Solutions zurück.

Zum Angebot des neuen Produktbereichs gehören Sicherheitslösungen wie ABS oder die Motorrad-Stabilitätskontrolle MSC, eine Art ESP für Motorräder. Ebenso gehören elektronisch gesteuerte Einspritzsysteme, Antriebssysteme für Elektro-Motorräder sowie Schnittstellen zur Vernetzung des Motorrads mit Smartphones oder Tablet-Computern und Cloud-Lösungen zum Portfolio.

Bosch will damit Lösungen für die drängendsten Herausforderungen im weltweiten Motorradmarkt liefern: die Verschärfung der Emissionsgesetzgebungen in vielen Ländern und die steigende Zahl von im Straßenverkehr tödlich verunglückten Zweiradfahrern. Allein im Jahr 2010 gab es weltweit mehr als 285 000 tödlich Verunglückte. Mit ABS kann nach Auswertungen der deutschen Unfalldatenbank GIDAS zum Beispiel ein Viertel aller Motorradunfälle mit Toten und Verletzten verhindert werden. Zusätzlich kann MSC den Ausgang von zwei Drittel aller selbst verschuldeten Motorradunfälle in Kurven positiv beeinflussen.

In Asien werden viele Zweiräder mit Verbrennungsmotor noch mit einem einfachen Vergaser gefertigt. Dagegen setzt Bosch seine elektronisch gesteuerte Einspritzung. Diese kann je nach Nutzung im Vergleich bis zu 16 Prozent Kraftstoff einsparen. Zugleich bringt Bosch mit seinen Motorsteuerungen digitale Intelligenz ins Zweirad. Darüber lässt sich per Smartphone-App zum Beispiel die Wegfahrsperre steuern oder der Fehlerspeicher auslesen. Die dafür benötigte Bluetooth-Schnittstelle oder Connectivity Control Unit hat Bosch ebenfalls im Repertoire.