Volkswagen und Siemens Sicherheit von Straßenkreuzungen verbessern

Volkswagen und Siemens arbeiten daran, Straßenkreuzungen sicher zu gestalten. Dazu erproben beide Unternehmen in Wolfsburg die WLANp-Technologie.
Volkswagen und Siemens arbeiten daran, Straßenkreuzungen sicher zu gestalten. Dazu erproben beide Unternehmen in Wolfsburg die WLANp-Technologie.

Volkswagen und Siemens wollen die Sicherheit im Straßenverkehr weiter verbessern, insbesondere in Bereichen von Kreuzungen. Dafür arbeiten beide Unternehmen daran, den lokalen Austausch von Informationen zwischen Fahrzeugen und digitaler Verkehrsinfrastruktur um neue Funktionalen zu ergänzen.

In einem Gemeinschaftsprojekt errichten die Stadt, Volkswagen und Siemens auf einer Hauptverkehrsstraße in Wolfsburg derzeit einen Testabschnitt, in dem zehn Verkehrssignalanlagen die Ampelphasen im lokalen Umfeld mittels WLANp (ITS-G5) aussenden. Künftige V2X-Fahrzeuge können diese Informationen verarbeiten und den Fahrer zum Beispiel über grüne Wellen informieren. So lässt sich unnötiges Bremsen und Beschleunigen vermeiden. Assistenzfunktionen können das in naher Zukunft auch ohne das Zutun des Fahrers übernehmen.

Die vorausschauenden Ampelfunktionen im Fahrzeug verbessern den innerstädtischen Verkehrsfluss. Darüber hinaus soll das Projekt vor allem zur Verkehrssicherheit beitragen. Dafür werden zwei Wolfsburger Straßenkreuzungen mit moderner Sensorik ausgestattet, um Fußgänger und Radfahrer zu erfassen. Manfred Fuhg, Leiter Siemens Mobility Deutschland, sagt dazu: »Kreuzungen, die mit Radarmess-Sensorik ausgestattet sind, besitzen die Möglichkeit, die Detektionsgenauigkeit von Fußgängern und Radfahrern deutlich zu erhöhen. Insbesondere an komplexen Kreuzungen und Unfallschwerpunkten werden Informationen bereitgestellt, die die Fahrzeuge selbst nicht erfassen können.«

Volkswagen führt 2019 V2X-Technologie ein

Die Informationen der Ampelanlagen werden mit den Umfeldinformationen der Kreuzungen ergänzt. Diese Daten gelangen mit der V2X-Technologie in die Fahrzeuge, die Volkswagen im nächsten Jahr einführen wird. Diese sogenannten kooperativen Sicherheitsfunktionen greifen etwa in Situationen ein, in denen der Fahrer oder das Fahrzeug die umgebenden Verkehrsteilnehmer mit eigener Sensorik nicht oder erst sehr spät erkennen können. Insbesondere Fußgänger und Radfahrer sollen dadurch noch besser geschützt werden. »Basierend auf Systemen mit künstlicher Intelligenz in den Verkehrssignalanlagen können den Fahrzeugen mit Hilfe von intelligenten Steuerverfahren deutlich präzisere Informationen über Rot- und Grünphasen zur Verfügung gestellt werden als dies bisher möglich war«, erläutert Manfred Fuhg.

Aus heutiger Sicht bietet die Nutzung von Verkehrsinfrastruktur insbesondere in Städten entscheidende Vorteile gegenüber anderen V2X-Ansätzen, wie Gunnar Koether, Leiter der Fahrzeugsicherheit von Volkswagen erklärt: »Anders als die vergleichsweise ungenauen Positionsdaten eines Smartphones, bietet die Verwendung von Sensorik analog zum Fahrzeug hochgenaue Daten eines kritischen Bereiches. Eine wesentliche Bedingung, um Fehlwarnungen zu vermeiden. Neben den technischen Hürden ist der Datenschutz ein weiterer Aspekt, der bei der Nutzung privater Smartphones abschrecken könnte.«