Rolls-Royce und Daimler Truck Kooperation bei stationären Brennstoffzellen-Systemen

Die PEM-Brennstoffzelle ist wie ein Sandwich aufgebaut. In der Mitte befindet sich eine dünne Kunststofffolie, die »Protonen-Austausch-Membran« oder PEM (Proton Exchange Membrane).
Die PEM-Brennstoffzelle ist wie ein Sandwich aufgebaut. In der Mitte befindet sich eine dünne Kunststofffolie, die »Protonen-Austausch-Membran« oder PEM (Proton Exchange Membrane).

Daimler Truck und Rolls Royce kooperieren bei der CO2-neutralen Notstromversorgung von sicherheitskritischen Einrichtungen wie Rechenzentren mit stationären Brennstoffzellen-Generatoren. Damit sollen emissionsfreie Alternativen zu den bisher verwendeten Dieselmotoren geschaffen werden.

Eine entsprechende Absichtserklärung haben Daimler Truck und der britische Technologiekonzern Rolls-Royce unterzeichnet. Bis Ende des Jahres soll ein umfassender Kooperationsvertrag ausgearbeitet werden.

Erst im April dieses Jahres hat Daimler Truck gemeinsam mit der Volvo Group eine vorläufige, nicht bindende Vereinbarung zur Gründung eines neuen Joint Ventures zur serienreifen Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Brennstoffzellen-Systemen für den Einsatz in schweren Nutzfahrzeugen und anderen Anwendungsfeldern geschlossen. Der Geschäftsbereich Power Systems von Rolls-Royce will nun für die von ihm entwickelten und vertriebenen Notstromgeneratoren der Produkt- und Lösungsmarke MTU für Rechenzentren zukünftig auf die Brennstoffzellensysteme aus dem geplanten Joint Venture und die Expertise von Daimler auf diesem Gebiet zu setzen.

»Für Daimler Truck spielen Brennstoffzellensysteme zur Verwirklichung eines CO2-neutralen Transports eine entscheidende Rolle – komplementär zu batterieelektrischen Antrieben. Deshalb beabsichtigen wir, ein Joint Venture mit der Volvo Group zu gründen. Mit der nun geschlossenen Vereinbarung für stationäre Brennstoffzellensysteme zeigen wir schon jetzt ganz konkrete Chancen zur Kommerzialisierung dieser Technik durch das Joint Venture auf«, so Martin Daum, Vorsitzender des Vorstands von Daimler Truck und Mitglied des Vorstands von Daimler.

»Rechenzentren sind die Knotenpunkte des globalen Informations- und Kommunikationsnetzes, dessen lebenswichtige Bedeutung gerade in diesen schwierigen Tagen deutlich wird und dessen Betrieb deshalb zuverlässig abgesichert werden muss. Gleiches gilt für andere sicherheitskritische Anlagen. Für deren individuelle, komplexe steigende Energiebedarfe entwickeln wir unter unserer Marke MTU passgenaue Lösungen. Die Dekarbonisierung von Antrieb und Energieversorgung ist eines unserer zentralen strategischen Ziele und die Brennstoffzelle wird hierbei eine Schlüsselrolle spielen«, meint Andreas Schell, CEO von Rolls-Royce Power Systems.

Stationäre Anwendungen bereits früher möglich

Daimler Truck und die Volvo Group planen, in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts schwere Brennstoffzellen-Nutzfahrzeuge für den anspruchsvollen und schweren Fernverkehr in Serie anzubieten. Die Brennstoffzellensysteme für stationäre Anwendungen können vom geplanten Joint Venture hingegen bereits früher in Serie gefertigt werden, da die spezifischen Anforderungen für den Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr entfallen.