Übernahme in der Chipindustrie Infineon möchte US-Konkurrenten Cypress kaufen

Die Infineon Zentrale im Landkreis München – der Campeon.
Die Infineon Zentrale im Landkreis München – der Campeon.

Infineon bietet insgesamt 9,0 Milliarden Euro für den Erwerb von Cypress. Aus Sicht des Unternehmens eröffnen die sich ergänzenden Technologieportfolios großes Potenzial in wachstumsstarken Zielmärkten wie Automotive. Die Transaktion soll bis Ende 2019 beziehungsweise Anfang 2020 abgeschlossen sein.

Infineon Technologies kauft für 23,85 US-Dollar/Aktie den US-Chiphersteller Cypress Semiconductor – ein entsprechender Kaufvertrag wurde von beiden Unternehmen unterzeichnet.

Aus Sicht von Infineon ist die geplante Übernahme ein großer und richtungsweisender Schritt bei der strategischen Weiterentwicklung. Zudem werden große zusätzliche Wachstumspotenziale in den wettbewerbsintensiven Automotive-, Industrie- und Verbrauchermärkten erschlossen. Cypress verfügt über ein differenziertes Portfolio an Mikrocontrollern sowie Software und Connectivity-Komponenten, wodurch die Leistungshalbleiter, Sensoren und Sicherheitsprodukte von Infineon ergänzt werden. Die Kombination ermöglicht umfassende Produkte für Anwendungen wie beispielsweise elektrische Antriebe, batteriebetriebene Geräte und Stromversorgung. Die Verbindung der Sicherheits-Expertise von Infineon mit dem Connectivity-Know-how von Cypress beschleunigt neue IoT (Internet der Dinge)-Anwendungen im Industrie- und Consumer-Segment. Bei Automobilhalbleitern bietet das erweiterte Portfolio an Mikrocontrollern und NOR-Flash-Speichern großes Potenzial, insbesondere mit Blick auf deren wachsende Bedeutung für Fahrerassistenzsysteme und neue Elektronikarchitekturen im Fahrzeug.

Für die Bezahlung der Akquisition hat ein Bankenkonsortium verbindliche Finanzierungszusagen erteilt. Um weiterhin ein stabiles Investment-Grade-Rating zu erhalten, beabsichtigt Infineon die Übernahme letztlich zu rund 30 Prozent durch neues Eigenkapital sowie die restliche Summe aus neuem Fremdkapital und vorhandenen Barmitteln zu finanzieren – ohne die strategische Liquiditätsreserve anzutasten. Die Akquisition bedarf noch der Zustimmung der Cypress-Aktionäre und der zuständigen Aufsichtsbehörden sowie der Erfüllung weiterer üblicher Bedingungen.