Dieselabgasaffäre Durchsuchungen bei Continental

Beim Autozulieferer Continental haben Staatsanwaltschaft und Polizei verschiedene Standorte – u.a. die Unternehmenszentrale in Hannover – durchsucht. Das stehe im Zusammenhang mit Ermittlungen zu den von Volkswagen genutzten Abschaltsystemen in der Abgasreinigung eines Dieselmotors, wie der Automobilzulieferer mitteilte.
Beim Autozulieferer Continental haben Staatsanwaltschaft und Polizei verschiedene Standorte – u.a. die Unternehmenszentrale in Hannover – durchsucht. Das stehe im Zusammenhang mit Ermittlungen zu den von Volkswagen genutzten Abschaltsystemen in der Abgasreinigung eines Dieselmotors, wie der Automobilzulieferer mitteilte.

Der Dieselabgasskandal flog bei Volkswagen auf und zog Kreise. Nun stellt sich die Frage: Hatten auch Automobilzulieferer eine Mitverantwortung bei der Entstehung des VW-Dieselskandals? Nun gab es Durchsuchungen bei Continental; gegen neun Verdächtige ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover.

Beim Autozulieferer Continental haben Staatsanwaltschaft und Polizei am 01.07.2020 verschiedene Standorte durchsucht. Die Razzien standen im Zusammenhang mit Ermittlungen zu den von Volkswagen genutzten Abschaltsystemen in der Abgasreinigung eines Dieselmotors, teilte der Autozulieferer in Hannover mit. Zuvor hatte die Wirtschaftswoche darüber berichtet.

Nach Continental-Angaben wurden die Ermittler unter anderem in Hannover, Frankfurt und Regensburg vorstellig. Man arbeite »vollumfänglich mit den Behörden« zusammen, betonte das Unternehmen. Zum Stand des Verfahrens äußerte sich Continental nicht.

Der Dax-Konzern bekräftigte jedoch seine Position aus früheren Prüfungen: »Wir haben an keinen unserer Kunden Software zum Zweck der Manipulation von Abgastestwerten geliefert.« Vielmehr hätten sich die »im jeweiligen Zeitraum gültigen Abgasgrenzwerte grundsätzlich einhalten lassen«.

Trotz der Beteuerungen ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover wegen des Verdachts der Beihilfe zum Betrug im VW-Abgasskandal gegen neun Mitarbeiter des Zulieferers. Wie die Strafverfolger nach der Durchsuchung mitteilten, geht es bei den Vorwürfen an sieben Ingenieure sowie zwei Projektleiter zudem um mittelbare Falschbeurkundung. »Es handelt sich um einen Ableger des Verfahrens, das die Staatsanwaltschaft Braunschweig schon gegen Beschäftigte von Volkswagen führt«, hieß es.

Man prüfe, ob Mitarbeiter der früheren Siemens-Autotechnik-Sparte VDO, die Continental 2007 übernommen hatte, möglicherweise den Auftrag für die Motorsteuerung der 1,6-Liter-Ausgabe des späteren Skandal-Dieselmotors EA 189 in dem Wissen annahmen, dass Volkswagen damit betrügerische Absichten verfolgen wollte. Es werde auch Hinweisen nachgegangen, dass die Dokumentation der Software entsprechend beeinflusst worden sein soll. Der Anfangsverdacht: Beschäftigte der heutigen Automotive-Sparte von Continental könnten damit »den Wünschen von VW entsprochen« haben, eine verbotene Abschalteinrichtung herzustellen. Nun müssten die sichergestellten Beweismittel ausgewertet werden: »Wir stehen da noch am Anfang.«